Dein Österreichisches Wörterbuch

holpertatschig

unbeholfen


Art des Eintrag: Adjektiv

Kategorie: Gemütszustände, Befindlichkeiten

Erstellt am: 15.11.2009

Bekanntheit: 70%

Beurteilung: 1 | 2

Kommentar am 15.11.2009
humper-, holper-, hopper-, hoper-... Im Bundesrat ganz schön "holpertatschig":

Bundesrat Mag. Harald Himmer: "...daher war dieser Ausflug von Herrn Professor Konecny in das Gebiet der Volks­wirtschaft etwas „holpertatschig“. (Bundesrätin Schicker: „Holpertatschig“? Wie schreibt man das? – Weitere Zwischenrufe und ironische Heiterkeit...)
[http://www.parlament.gv.at/pd/steno/PG/DE/BR/BRSITZ/BRSITZ_00695/SEITE_0090.html]
Hingegen die Beurteilung:
2009-11-15 08:34:54 -(Wien 12.,Meidling): "Kein Mensch verwendet holpertatschig. Die richtige Schreibweise lautet: hopertatschig"

Nun, Herr Strache - unmenschlich vielleicht, aber deshalb "kein Mensch"??? - , empört über die Verurteilung von Frau Winter: Ihre Aussagen seien zwar "holpertatschig, aber im Kern richtig". Winter kämpfe gegen die Zwangsverheiratung Minderjähriger.
[http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=4103&Alias=wzo&cob=393568]


Vgl.:
Winders Wörterbuch zur Gegenwart
[http://derstandard.at/fs/2925257/Schoitl?_seite=2&sap=2]
» 20.06.2007 10:34
Humpertatschig gefällt mir - ist eine Variante von "holpertatschig", nehme ich an?
Anton Hammerschmidt 20.06.2007 10:42
"holpertatschig" kenne ich persönlich nicht. "humpertatschig" lässt sich vielleicht am besten als "gewollt hilflos" beschreiben[...]
20.06.2007 11:09
Danke für die Auskunft. Im übrigen bewegen wir uns wieder einmal auf sprachlich ungeregeltem Terrain; da ist es dann leicht möglich, dass es in einigen Gegenden humpert und in den anderen holpert. Google spuckt allerdings bei "humpertatschig" nix aus, bei "holpertatschig" immerhin 44 Belegstellen.
Frauenmörder Wurm 20.06.2007 14:25
gewonnen! Wenn auf ungeregeltem Terrain Google als Schiedsrichter-Surrogat dient, hat "hoppertatschig" gewonnen! 116 Treffer, darunter auch zumindest ein Online-Wörterbuch (allerdings nicht das Windersche). Zusätzlich 9 Bonustreffer für "hopertatschig".«

Österr. Wb.: » hoppertatschert, hoppertatschig (wienerisch): ungeschickt; überheblich, abweisend «
Also : Wer sagt/kennt wo was?

Kommentar am 16.11.2009
Holpertatschig halte ich für eine missverständliche, verballhornende Variante des Originals, und wenn das von halbgebildeten Personen des öffentlichen Lebens gesagt wird, sehe ich mich bestätigt.

Kommentar am 17.11.2009
Eigentlich Volksetymologie ist das L in "holpertatschig", denn um das nicht verstandene (weil tatsächlich sinnlose) "hopper-" sich und anderen verständlich zu machen, lehnten es BR W., Parteiobmann St. u.a. (in gutem Glauben?) an "unbeholfen" und "holprig" an.
Hübsch, wie volksnah Politiker mitunter doch sind, nicht?

Kommentar am 18.11.2009
Der user "klaser" hält holpertatschig für eine mißverständliche, verballhornende Variante des Originals (hoppertatschig), und sieht sich bestätigt,wenn das von halbgebildeten Personen des öffentlichen Lebens gesagt wird Abgesehen davon, daß "holper" keinesfalls mißverständlich ist, läßt der User, der vermutlich nicht halbgebildet im öffentlichen Leben steht, eine ethymologische Deutung weg, weswegen auch die Mißverständlichkeit im Dunkeln bleibt. Hobbymäßig und ohne Anspruch auf wissenschaftliche Fundierung leite ich das Wort von "holpern" und "Tatschker" ab, also ein holpernder Krötengang, was sich auch in der Redensart "holpertatschig daherkommen" widerspiegelt.

Kommentar am 20.11.2009
Das ´l´ irritiert mich, also in meiner Umgebung heißt das ´ho-obbadaadschig´
Noch etwas zur Aussprache: das o-o hat eine Hebung, also es beginnt tief und wird dann in die Höhe gezogen, so: å-u

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holpertatschig






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
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