Dein Österreichisches Wörterbuch

Prentler, Brentler , der

Senner, Almhalter, Schwaiger


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Arbeitswelt, Veraltet, Historisch

Erstellt am: 10.10.2011

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Kommentar am 10.10.2011
Prentler und Prentlerin waren früher Senn und Sennerin. Vgl. Einträge "brenteln", "die Brent", "prentl". * Sensationsmeldung aus der Weststeiermark: "1832 hatten Alt- und Neu-Kampach ausnahmsweise je einen verheirateten (!) 'Prentler' auf der Alm." (ZS des Hist. Vereines für Stmk, Bd. 63-65, 1972, S. 98) * Aus Kärnten: "[Weitschachers] Eltern waren Bauern, er selbst war frei, musste sich aber als 'Knecht und Prentler' verdingen"(Armin Wallas: "Stände und Staat in Innerösterreich im 18. Jahrhundert. Die Auseinandersetzung um die Gerichts- und Verwaltungsorganisation zwischen den Kärntner Landständen und der zentr. Reformpolitik Wiens", Carinthia-Verlag, Klgft. 1987, S. 195) [http://tinyurl.com/3t3587x] *Aus Oberösterreich: "Ein ökonomischer Wandel wird im Zusammenhang mit der Position der Schwaigerin oder 'Prentlerin', wie sie schon im Mittelalter hieß, sichtbar. Sie, die 1578 mit 3 fl geringer als der Prügelknecht bewertet wurde, stieg allmählich bis 1627 auf 7 fl, erreichte im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts 10 fl, ein Salär, das sie nach dem ersten Niedergang der Schwaigwirtschaft um 1740 nochmals kurzfristig erreichte; um 1780 war die Schwaigwirtschaft unwichtig geworden. Wenn vergleichsweise die Entlohnung für andere Mägde durch die Jahrhunderte etwa gleich blieb, vermittelt das sehr wohl die ökonomische Bedeutung bestimmter Positionen. Das Prentlhaus war übrigens nicht nur Wohn- und Schlafstätte des landwirtschaftlichen Gesindes und diesbezüglich hat sich im 17. Jahrhundert einiges verändert." (Hans Krawarik: „Offizier und Familia Collegio. Zur Entwicklung von Stiftsverwaltungen in der frühen Neuzeit". In: "Jb.des OÖ. Musealvereines, Ges. f. Ladeskunde 14, 1. Bd., Linz 1996, S 284)

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Prentler, Brentler






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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