Dein Österreichisches Wörterbuch
g´schaffen (miteinander)
sich vertragen
Art des Eintrag: Verb
Kategorie: Zwischenmenschliches
Erstellt am: 18.11.2011
Bekanntheit: 0%
Beurteilung: 1 | 2
Kommentar am 18.11.2011
Für diese Schreibung "gschaffen"
hab ich doch tatsächlich einen Nachweis aus Oberkärnten:"Um die Möll. Volkskunde eines Kärntner Tales"
(hg. Bezirksheimatmuseum, Spittal/Drau 1977, S. 226 )- [http://tinyurl.com/6nt54gd]
Mit ge- geht's nämlich wirklich nicht!
* Heut um 10:45 von einem Tiroler E-Musiker auf Ö1 wieder einmal gehört:"..vül gschtritttn, dånn wiader gschåfffn..." - (In Tirol werden Doppelkonsonanten doch tatsächlich wie im Mhd. lang gesprochen, daher mein Versuch, dies durch 3 t bzw. f darzustellen.)
Kommentar am 19.11.2011
"gschåffn"
auch im Salzburgischen: "gschåffn"-
Deutsch: verträglich sein, gut auskommen mit jemandem (Pinzgauer Mundart.at - fast 8000 Wörter!) [http://tinyurl.com/cftsnxl]
*Aus einer Tiroler Bezirkszeitung (Hall/Rum, 24.3.2010):Da Hofer: Politika sein wia Kinda: Dauernd streiten s' - und dann gschaffn s' decht wida glei mitanander" [http://tinyurl.com/85xp5d8]
*
Aus Osttirol: „Es ist ein Vergnügen, unsere Kinder ... vor uns zu haben und sich daran zu erfreuen, wie gut sie miteinander ,gschaffn'“,so Pepe. „Ja, das ,Gschaffn‘ haben Lisa und ich vorgelebt...“ (Osttirol online.at) -[http://tinyurl.com/8xw4cmz]
* i hoff, dass mir jetzt wieder gschaffn, weils so ned weitergehen konn! (aus einem Gästebuch von ...@aon.at) [http://tinyurl.com/crgrnqt]
* Aus Wattens/T.: i verstehs echt nitta...und i mecht a gern wieda mit dia gschaffn (DJ-Schlinggie's Briefkasten 14.7. 2005, 12:11) [http://tinyurl.com/7qe8u29]
* Tiroler Blog: i kann da nit sagen, wia froh i bin, dass ma wieda gschaffn! (1.8.2008)[http://tinyurl.com/6wh58j9]
Kommentar am 21.11.2011
BITTE um Beurteilungen!
Bes. interessant wär zu erfahren, wo's unbekannt ist. (Die Richtigkeit und die Bekanntheit im Pinzgau, in Nord- und Osttirol und in Oberkärnten ist ja bereits belegt.)
Kommentar am 21.11.2011
Reiner Dialekt, daher gilt JoDos Aussage:
Originalzitat Moderator:
Wer eine reine Dialektseite haben will soll sie sich doch suchen oder selber machen. Bei einer Dialektseite müsste man ganz andere ´Regeln´ aufstellen als hier, wo ja doch alle Gegenden und Aussprachen in einem Aufwaschen behandelt werden.
Kommentar am 21.11.2011
Bilgelik:
Gerade DAS, nämlich ob es sich dabei um eine Dialektschreibung handelt, kann ich von meiner Position (W) nicht beurteilen.
[http://www.osttirol-online.at/news/chronik/index.php?we_objectID=24440&we_objectTID=98]
Zitat: „Es ist ein Vergnügen unsere Kinder und deren Nachwuchs vor uns zu haben und sich daran zu erfreuen, wie gut sie miteinander ,gschaffn‘“
Ist das Dialektschreibung?
Das macht auch den Unterschied zu OFFENSICHTLICHEN Dialekteinträgen aus.
Bilgelik: Ich verstehe schon, du bist in erhöhtem Erklärungsbedarf. Dass gerade du Worte im Dialektkleid eingetragen hast, mag man dir ja noch als ´Anfängerschicksal´ durchgehen lassen (na ja). Aber unentwegt so weiterzumachen und trotzig und ´ungschauter´ alle ehrlich bemühten Kollegen zu konterkarrieren bedarf schon einer näheren Betrachtung.
Kommentar am 21.11.2011
Noch eine kleine
Begriffsstütze:
Natürlich sammelt ´ostarrîchi´ auch und schon auch Dialektworte.
Der Unterschied zu einem Dialektlexikon liegt darin, dass ´ostarrîchi´ gesamtösterreichisch aufgestellt ist. Das heißt folgendes:
Solltest du vorhaben hollabrunnerische Wörter (was du bisher erstaunlicherweise unterlassen hast) in einem eigenen Verzeichnis aufzulisten, dann kansst du eine Schreibung vorgeben, die bei allen des Hollabrunnerischen mächtigen auf Verständnis stößt - unabhängig von Lautschrift oder ´Amtsschreibung´.
Bei ´ostarrîchi´ geht das aber nicht. Da steht der Pinzgau und Innervillgraten (pars pro toto) direkt neben Hollabrunn und verbietet sich Selbverständlichkeiten.
Daher MUSS man hier auf eine ´Amtsösterreichische´ Eintragung pochen, damit nicht aus der Fülle an möglichen und denkbaren Ausspracheeinträgen ein Sprachbabylon entsteht, mit dem schlussendlich niemand mehr etwas anfangen kann.
Kommentar am 23.11.2011
Südtirol (gschoffen)
Manche, z.B. in Südtirol, schreiben es "gschoffen".
"Die Leit do gschoffen guat", sagt die Marianna vom Vorburghof, nach dem Klima im Dorf befragt, "obwohl s’Dorf heint mindeschtens doppelt sou groaß isch wia vor fufzig Johr."
[http://www.dervinschger.it/artikel.phtml?id_artikel=2296&q=perger&a=&r=&re=&seite=2]
"Tiat gschoffn Kinderler", heisst wahrscheinlich "vertragt euch, Kinder".
[http://forum.siag.it/bn-forum/viewtopic.php?p=18509]
wie sagt man so schön: "Tiat gschoffn ban streitn!"
[http://www.sonice.it/forum/thread-10444-wsv-sterzing-hc-neumarkt-3.html]
Kommentar am 23.11.2011
Auch Oschttirol: "gschoffn"
mundart-osttirol.net: gschoffn (Oberlienz): sich vertragen [http://tinyurl.com/6llqh32]
Kommentar am 30.10.2015
Beamtenösterreichisch hält вихрь :-) nicht für OSTARRICHI-geeignet und verbannt es, doch etwas so Hübsches wie "g'schaffen" = 'sich vertragen' aus T, K, Sb verträgt er auch auch nicht und verbannt es ebenso, dieser, dieser - ach, was, ich kann's einfach nicht mehr zurückhalten - dieser вихрь :-)
Um neue Kommentare einzufügen oder an einer Diskussion teilzunehmen, einfach auf das Österreichische Volkswörterbuch gehen.