Dein Österreichisches Wörterbuch

Fuzo , die

Fußgängerzone


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Schmäh

Erstellt am: 05.09.2013

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Kommentar am 05.09.2013
Fuzo wozu? Weg damit! * literaturkritik.de: »...Geburt völlig neuer Wortungetüme wie beispielsweise die „Verwaschlappung“ von Jausenbroten oder falsche „Beauskunftungen“. Letztere stammten höchstwahrscheinlich von einer „Unzuständigkeitskollegin“. Die mögliche Erhörung weiterer „sprachlicher Erdenbürger“ erfährt man möglicherweise beim jährlichen Fuzo-Fest in Frankenburg am Hausruck – oder eben in ganz Österreich, wo es Fuzos – nämlich Fußgängerzonen – gibt. « Also sprach bzw. schrieb “aus dem hohen Norden“ Bernd Heinrich in seiner Besprechung von Daniel Glattauers „Mama, jetzt nicht! Kolumnen aus dem Alltag.“ (Zsolnay, Wien 2011) im Rezensionsforum literaturkritik.de am Neujahrstag 2012 - [http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=16211] Zum erwähnten Frankenburger Fuzo geht’s hier: [http://www.fuzo.cc/] Bereits 2005 las man an Geist höchst Reiches im STANDARD ("Besäufniskultur", 17. 10 2005") über »das unter "Kulturveranstaltung" laufende jährliche Fuzo-Fest in Frankenburg am Hausruck. "Fuzo" heißt zwar Fußgängerzone, verhindert aber nicht, dass das Fest in der konsumentenfreundlicheren Mehrzweckhalle (dem "Kulturzentrum") stattfindet. Jeder Kulturgast erhält eine Stempelkarte und wird damit auf den "Barcours" geschickt. (Lustiges Wortspiel im Sinne von Bar-Kur.)« [http://derstandard.at/2211104] DUDEN-Online meint zur „Fuzo“ : »Substantiv, feminin - besonders süddeutsch, österreichisch umgangssprachlich « Da stellt sich nun die Frage: Wo ereignete sich die Fuzo-Geburt? Wer war mit dem Fuzo-Embryo schwanger gegangen? Wer war der Fuzo-Vater, oder war es gar eine jungfräuliche Geburt? - "Süddeutsch, österreichisch " - war die Fuzo nun hiesig oder dasig? War sie etwa gar eine der historischen Hervorbringungen österreichischen Erfindergeistes, in einer Reihe also mit Ressels Schiffsschraube, Schneidermeister Maderpergers Nähmaschine, Mitterhofers Schreibmaschine, der Postkarte von Emanuel Herrmann und dem LD-Verfahren? Neuerdings ist die Fuzo ja in fast aller Wiener Journalisten-Munde, und das schlägt sich in den Printmedien nieder: * Kronenzeitung: »Start für FUZO Mariahilfer Straße « (24.8.13)
»Jetzt neue 13A-Route ohne Fuzo-Befahrung geplant « (20.8.13)
* derStandard.at: »Mariahilfer Straße Neu: Busfahrer befürchten Probleme für 13A in Fuzo« (29. 7. 2013) * Die Presse.com: » Mini-Probe für künftige "Fuzo" Mariahilfer Straße.« ( 30.04.2013) * Kurier: »Diese Fuzo ist nur Stückwerk« (23.08.2013) Worauf dann die Frage der Woche lautet: »Radfahrer aus der "MaHü"-Fußgängerzone verbannen?« - MaHÜ? MaHi? Allerdings kann man’s sich auch in manchen Redaktionen des Nachbarn schon seit einer Weile nicht verkneifen, so grausig genial zu titeln: * »Girls Day in der Fuzo« (Geislinger Zeitung, 23.04.2010) oder * »Video-Umfrage in Passauer Fuzo: Vertrauen Sie noch Fertigprodukten? « (Passauer Neue Presse 10.3.2013) * »Neues Logo und Fest in der Fuzo: Wolfsburg feiert 75. Geburtstag« steht am 15.11.12 in der WAZ, der Wolfsburger Allgemeinen, und dort scheint dieses "Fuzo" etwas Fixes zu sein, denn * selbst in der ZEIT - bereits am 4.11.2004 - findet sich über Wolfsburg der Satz »Sogar für die oft geschmähte "Fuzo", die schrecklichste Fußgängerzone der westlichen Hemisphäre, gibt es einen Masterplan bis 2010.« * Die Berliner taz ist anderer Ansicht: »Die hässlichste Fuzo der Welt. Zur Neugestaltung der Frankfurter Zeil:....« (1.11.2008) [http://www.taz.de/!25182/] * Das Portal Marktplatz Mittelstand.de behandelt "Nach Stadt: fuzo Berlin / fuzo Hamburg / fuzo München / fuzo Köln / fuzo Frankfurt am Main / fuzo Stuttgart / fuzo Dortmund / fuzo Essen / fuzo Düsseldorf / fuzo Bremen " und ist man beispielsweise auf der Seite von fuzo Bochum, erhält man noch Hinweise auf "fuzo nahe Bochum: fuzo Essen / fuzo Wuppertal / fuzo Gelsenkirchen / fuzo Herne / fuzo Recklinghausen / fuzo Witten / fuzo Marl, Westfalen / fuzo Velbert / fuzo Castrop-Rauxel / fuzo Herten" Gleiches erlebt man bei den anderen fuzo-Aufrufen "nach Stadt", s. z.B. [http://www.marktplatz-mittelstand.de/koeln/fuzo] Angesichts einer derartigen Fuzonisierung Deutschlands kann man also wirklich nicht von einer spezifisch österreichischen Unappetitlichkeit sprechen. Der Eintrag muss verschwinden! Eine ganz andere und beträchtlich ältere ( österr.) Fuzo gibt’s indes auch noch: »Das fuZo-Archiv bietet Zugang zum archivierten Datenbestand der ehemaligen ORF-Futurezone. Es umfasst ca. 56.000 Beiträge aus den Jahren 1999-2010.« (z.B. [http://www.fuzo-archiv.at/artikel/319382v2)]

Kommentar am 08.09.2013
Schmäh? Ja. Wo FUZO draufsteht ist unterschwellige Abfälligkeit spürbar.
[http://images01.kurier.at/mpmahue.jpg/620x460nocrop2/23.606.508]
Und: Ja, man sagt MaHü von wegen Mariahüüf.
[http://bar.wikipedia.org/wiki/Mariah%C3%BCf]

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Fuzo






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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