Dein Österreichisches Wörterbuch

piesacken

jem. quälen, lästig sein


Art des Eintrag: Verb

Kategorie: Zwischenmenschliches

Erstellt am: 10.09.2014

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 2 | 2

Kommentar am 10.09.2014
Denke nicht, dass dies ein österreichisches Spezifikum darstellt. [http://de.wiktionary.org/wiki/piesacken]

Kommentar am 11.09.2014
Herkunft: Für die Herkunft gibt es zwei unterschiedliche Herleitungen: 1. Das Verb leitet sich von mittelniederdeutsch ossenpesek „Ochsenziemer“ ab, ein Gerät zur Bestrafung von Tieren und Menschen, das aus der nach schraubenförmigem Verdrehen getrockneten Haut eines Bullenpenis hergestellt wurde. Piesacken würde demnach also wörtlich bedeuten: mit dem Ochsenziemer bestrafen. Der Begriff pesek leitet sich von mittelniederdeutsch pese „Sehne“ ab. 2. Das Verb leitet sich von der Wundärzte- und Chirurgen-Dynastie Pies ab, die vom 17. Jahrhundert an belegt ist; piesacken bedeutet also wörtlich vom Pies behandelt werden. Wiktionary

Kommentar am 12.09.2014
"piesacken" ist ein im Deutschen allgemein bekanntes Wort. Viele Beispiele sind hier zu finden: [http://www.dwds.de/?qu=piesacken] Auf [http://www.gutefrage.net/frage/woher-kommt-das-wort-piesacken-was-es-heisst-ist-mir-bekannt-aber-nicht-sein-ursprung] schreibt user Mephisto: "Das Wort ist norddeutsch, es ist das erste Mal um 1755 im Hamburger Mundartwörterbuch zu finden. Es gab ein mittelniederdeutsches Wort, das 'pese' heißt und Sehne bedeutet, und dann hat man daraus im modernen Niederdeutschen 'pesek' gebildet. Auch gab es die Bedeutung 'Ossenpesek', also war es eine Ochsenpeitsche. Davon ist wohl piesacken abgeleitet und ursprünglich bedeutete es: 'Mit der Peitsche arbeiten' (Quelle: Uni Bremen, Fachbereich Linguistik)"

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piesacken






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

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