Dein Österreichisches Wörterbuch

Kanalstrotter , der

Jemand, der im Kanalsystem nach Verwertbarem sucht


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Arbeitswelt, Veraltet, Historisch

Erstellt am: 18.11.2014

Bekanntheit: 13%

Beurteilung: 3 | 3

Kommentar am 18.11.2014
Ein ganzer Berufsstand war's!

»Berühmtheit erlangte der 1870 geborene Max Winter mit der Reportage „Ein Strottgang durch Wiener Kanäle". Gegenstand des Artikels war der sagenumwobene Berufsstand der „Kanalstrotter", die in Wiens Abwässern Knochen und Fett sammelten, um sie als Rohstoffe an die Seifenindustrie weiterzuverkaufen.«
Carola Leitner, Fabian Burstein, „Wiener Plätze und Nebenschauplätze. Eine Stadtgeschichte...“, (2008), S.34:http://tinyurl.com/qbrmj5c
Das Eintreffen eines jungen Mannes in abgerissener Kleidung, jedoch mit einem Ehrfurcht gebietenden Schnauzbart im Gesicht, veranlasste Neundlinger zu dem Ausruf: „Da ist er ja, der alte Kanalstrotter!“ Der alte Kanalstrotter 59) hatte lässig eine Harke mit kurzem Stiel über die Schulter gelegt. ---- Anm. 59): .... Kanalstrotter Menschen, die im Wiener Untergrund leben. Inzwischen veraltetes Synonym für Stadtstreicher.
Klaus-Peter Walter, Sherlock Holmes und der Werwolf. (2014):https://tinyurl.com/yc2tb9pv
Von Kanalstrotterinnen ist allerdings nichts bekannt; s.a. Eintrag Strotter .

Um neue Kommentare einzufügen oder an einer Diskussion teilzunehmen, einfach auf das Österreichische Volkswörterbuch gehen.

Kanalstrotter






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

Unsere Seite hat auch keine Verbindung zu den Duden-Nachschlagewerken und wird von uns explizit nicht als wissenschaftliches Werk betrachtet, sondern als ein Gemeinschaftsprojekt aller an der österreichichen Sprachvariation interessierten Personen.