Dein Österreichisches Wörterbuch

Wurzen , die

Rolle mit Bühnenauftritt nur im ersten und im letzten Akt


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Arbeitswelt, Humorige Bezeichnungen

Erstellt am: 31.05.2015

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Kommentar am 31.05.2015

In Österreich bezeichnet man mit "Wurzen" eine Rolle, deren Darsteller nur im ersten und letzten Akt auf der Bühne erscheint.
Ursula Rohr, Der Theaterjargon (1952):http://tinyurl.com/q9tsyej
Ist sie (die Rolle) aber schlecht, so spricht man von einer faulen Rolle, ist sie klein, so heißt sie ,Gesträuch' oder ,Gestrüpp', enthält sie obendrein nur eine kleine Szene im ersten und dann im letzten Akt, so munkelt man von einer ,Wurzen'.
Emil Pirchan , Bühnenbrevier (1938):http://tinyurl.com/oqvassb
Im allgemeinen deutschen Theaterjargon ist eine „Wurzen“ jedoch generell eine undankbare Rolle entweder mit winzigen Auftritten:
auch als athletischer Lockenkopf startete die Karriere ziemlich zögerlich. Eine Minipartie, in Fachkreisen „Wurzen“ genannt, ein Engagement in der bayerischen Provinz, in Regensburg, das war’s
Jonas Kaufmann - Der Klangkörper:http://www.jkaufmann.info/artikel_deutsch/2009_12_00GQ.htm
oder aber in Norddeutschland eine Rolle, in der das Können des Schaupielers nicht zur Geltung kommt:
„Wurzen", also eine Rolle, deren Darsteller zwar immer auf der Szene ist, der darum aber nicht mehr aus seiner Rolle herausholen kann
Ursula Rohr, Der Theaterjargon (1952):):http://tinyurl.com/pxctxp3
Das generell Unerfreuliche am "Wurzen" zeigt sich ja auch anderswo im deutschen Theater:
Der Bühnenjargon-Ausdruck »Wurzenregisseur« ist so zu verstehen, dass man ihm nur undankbare Stücke zu inszenieren gab
TheaterZeitSchrift (1957):http://tinyurl.com/noqdco4


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Wurzen






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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