Dein Österreichisches Wörterbuch

Heumahd , die

Heuernte, die


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Arbeitswelt

Erstellt am: 15.07.2016

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 2 | 0

Kommentar am 15.07.2016
Die Begriffe "Heumahd" (f) und "Heuarbeit" (f) für das Mähen und Trocknenlassen von Gras sowie das Einbringen des Heus sind österreichisches Standarddeutsch für gemeindeutsch "Heuernte" (f). Standard in ch: der Heuet (VWB S. 348; Duden) Wie bereits anderswo geduldig erklärt: Auch der Begriff "Heumahd" kann natürlich in de regional vorkommen; er ist aber nach VWB offenbar nicht praktisch deutschlandweit schriftlich verbreitet und wurde deshalb für de nicht als Standard definiert. Das kann man nicht vom Schiff aus locker mit Googeln widerlegen. Das VWB ist übrigens ein Gemeinschaftswerk von Wissenschaftern aus at, ch und de. .

Kommentar am 15.07.2016
NICHTS, aber schon wirklich GAR NICHTS spezif. Österreichisches! "offenbar nicht praktisch deutschlandweit schriftlich verbreitet" ??? A geh! Die Heumahd kennt man überall, wo's Leute gibt, die Deutsch sprechen (offenbar außer in der Schweiz), z.B. an der Wolga:

Ich soll nach Ustjanka fahren und alles zur Heumahd vorbereiten: Das Häuschen neu decken, einen Ofen hinzaubern und was sonst noch zu machen ist, damit die Brigade ab nächsten Freitag mit der Heumahd beginnen kann
Kurt Hein (Wolgadeutscher), „Dort damals“ (2013) :http://tinyurl.com/zauw4xl
DDR:
Häufig überfielen Nomaden mit der Heumahd beschäftigte Grenzer oder Einzelgehöfte entlang der Linien. 42 Deshalb wurden für die Heumahd langfristige Vorbereitungen getroffen
ZS für Geschichtswissenschaft, ‎VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Bd. 41- (1993):http://tinyurl.com/hgqm5k9
Spreewald:
1902 Heumahd durch Hochwasser verdorben 1903 — 05 2. Heumahd durch Hochwasser verdorben 1906 1. Heumahd vollständig, 2. teilweise durch Hochwasser vernichtet 1907 2. Heumahd durch Hochwasser verdorben ...
Heinz Dieter Krausch, Burger und Lübbenauer Spreewald (1981):http://tinyurl.com/j4xd4bx
Lausitz:
25 Heumahd mit Sense
Siegmund Musiat, „Volksleben, Volksfrömmigkeit und Volksbrauch in der Lausitz“ (1992):http://tinyurl.com/j6aotk7
Eifel:
b)Kartoffelpflanzung bis Heumahd ... 41 c) Heumahd bis Roggenmahd ... 44
Klimatische Untersuchungen auf dem Versuchsgut Rengen, Kreis Daun/Eifel (1960):http://tinyurl.com/hfxxprv
Biosphärenreservat Rhön:
Das Reservat erstreckt sich über fast 1.850 qkm in Bayern, Hessen und Thüringen. [...] Dabei ist die menschliche Nutzung natürlicher Ressourcen ausdrücklich erwünscht, würde doch das alte Kulturland ohne Heumahd oder Beweidung schnell wieder an Gehölz- und Waldflächen verloren gehen
Kompass Wanderführer Rhön (2015):http://tinyurl.com/hyrrtc2
Namibia:
S. 250: Erwachsene und Kinder in der Heumahd und der Erongofauna: Februar -April 2006 [...] S. 316: Heumahd Erntedankfest, Brand und Osterfeuer 2009
Renate Thullesen, Farmen und Jagen in Namibia. 100 Jahre Okapaue (2010):http://tinyurl.com/jbwqg74
Hamburg:
Wenn der Maler möcht’ , so könnte er ihn gut begleiten ins Finsertal und mit dem Bauern sprechen. In diesem Jahr ist das Haus noch nicht gemalt, die Frau war krank, und so haben sie es bis nach der ersten Heumahd hinausgeschoben.
Tami Oelfken, „Der Maler und der Briefträger“, in Die ZEIT, 30.6.1949:http://tinyurl.com/jp6amdk
Er nahm den Mann zu sich auf und ließ ihm Pflege zuteil werden .Und am dritten Tag bekam er vom Pastor einen Rechen , und er ging , ohne etwas zu sagen , mit zu den Leuten hinaus , die bei der Heumahd waren.
Halldór Kiljan Laxness, „Napoleon Bonaparte“, in Die Zeit, 19.04.1956:http://tinyurl.com/jh5gqvy
Oder wirf einen Blick auf DWDS -[http://www.dwds.de/?view=1&qu=Heumahd] Richard Voß, „Zwei Menschen", Stuttgart 1911: Die zweite Heumahd war getan und der reiche Segen an kräuterreichem, stark duftendem Alpengras trocken unter Dach gebracht worden; keine Frevlerhand schleuderte mehr den Feuerbrand in den Besitz der Königsfrau Franz Bergg, „Ein Proletarierleben", Frankfurt a. M. 1913: In der Altmark herrschte reges Treiben. Auf den Wiesen lag eben die Heumahd hingestreckt. Frauen und prächtige Mädchen in altmärkischer Tracht rechten das weithin duftende Heu . Wolf von Baudissin,„ Spemanns goldenes Buch der Sitte", Berlin, Stuttgart 1901: Diese Pächter zahlen dem Gutsherrn den » tenth « den Zehnten ihrer Einkünfte…. Da es darauf ankommt, das Heu an trocknen Tagen zu mähen, so eilt jeder Pächter mit allen entbehrlichen Kräften dem Nachbarn zu Hilfe, um ihm bei der Heumahd zu helfen Else Ury, „Nesthäkchen fliegt aus dem Nest", Berlin 1920: Auf dem Hochplateau war man bei der Heumahd. DIE ZEIT (Hamburg), 02.07.1998: irgendwo im Grünen liegen, den Blick unverwandt auf den fleißigen Landmann gerichtet, der noch in der rotgoldenen Abendsonne tapfer mit seinen Lieben zur Heumahd antritt.

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Heumahd






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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