Dein Österreichisches Wörterbuch

Kräutlerin , die

Gemüsehändlerin


Art des Eintrag: Substantiv

Erstellt am: 27.08.2016

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 1 | 3

Kommentar am 15.09.2016

Scheitermann. ... ich bin mit alle Dienstboten gleich, (beiseite) wenn s’ sauber sind. Josephine. Hast du schon Kommission gegeben? Scheitermann. Freilich, Engel, die Kräutlerin wird uns eine schicken. Josephine. Wie ordinär! „Kräutlerin!“ – Man bezieht die Domestiken jetzt aus anständigerer Quelle, man schickt ins Dienstvermittlungs-Comptoir. Scheitermann. Und glaubst du, daß die aus ’n Comptoir besser sind? Möglich; wir haben aber von der Kräutlerin schon recht gute Dienstboten g’habt; so a Kräutlerin – Josephine. Schon wieder! Mann, gewöhne dir endlich diese gemeine Redeweise ab!
Nestroy. Frühere Verhältnisse (1862):http://www.nestroy.at/nestroy-stuecke/82_verhaeltnisse/verhaeltnisse.pdf
Der Berliner Gottlieb Schlammhase trat an einen Obststand heran [...] wählte einiges Obst und sagte, als er den Preis hörte: „Na, hören Se mal [...]" Die Kräutlerin leerte das Obst wieder in den Korb zurück. Sie sprach nur die schlichten Worte „Ziag o'l"
Mauriz Schuster, Alt-Wienerisch (1951):http://tinyurl.com/z2hvcbg
Uns vis-a-vis wohnt eine Kräutlerin. Ich ging zu ihre Karfiol kaufen. Da sah ich eine bekannte Frau die auch Karfiol kaufte. Mir war er zu teuer. Da ließ die Kräutlerin zwei Kreuzer nach und ich habe doch gekauft.
Wilhelm Stekel, Nervöse Angstzustände und Ihre Behandlung (1912):http://tinyurl.com/jmq3sgp


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Kräutlerin






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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