Dein Österreichisches Wörterbuch

Schwül , der

fortgeschrittenes Stadium der Alkoholisierung


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Essen und Trinken

Erstellt am: 28.12.2016

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 1 | 5

Kommentar am 28.12.2016
s.a. Schwü

»Es is ganz guat, wann d'r Mensch seiner Natur hie und da an Stoß gibt«, sagte Herr Mayerhofer und bekam dann immer einen Schwül. In diesen Zustand kann jeder geraten, der nur acht Viertel Wein verträgt und zehn trinkt.
Rudolf Stürzer, Schwankende Gestalten (1926):http://tinyurl.com/hk83ymx
Ein Schwipserl ist beispielsweise ein ganz leichter Rausch, das lässt sich auch von einem Spitzerl sagen, ein Dusel ist ein stiller Rausch, der Schwül benebelt.
Robert Sedlaczek , Wörterbuch des Wienerischen (2013):http://tinyurl.com/glcyj8q
i hab an Spezi ghabt[…] der hat in der Sandleiten draußt in an klan Hauerhäusl ghaust, und wiara amål in sein Schwül in Weingart obn a Gruabn grabn wü', weil er, so hat er gsagt, beim Wein ganz knapp hiebei begrabn wü' sein, da stößt er, d' Schaufel bricht eahm fast, auf an großmächtig dicken Ast.
Weinheber, „Wirtshausgespräche", („Wien wörtlich“) (1948):http://gedichte.xbib.de/Weinheber,+Josef_gedicht_0993.+WIRTSHAUSGESPR%C4CHE.htm
Im allgemeinen kann man drei Stadien des Schwüls feststellen; das erste äußert sich in einem freien Bekennermute der Menschheit gegenüber, das zweite in einer sanften Erotik und das dritte in einer kohlhaasischen Rechtsucht, die von Laien gemeinhin für Streitsucht gehalten und demgemäß behandelt wird.
Rudolf Stürzer, Schwankende Gestalten (1926):http://tinyurl.com/hk83ymx
Und dann — nicht dass ich reden will, dann nimm ich mich erst z'samm: Kein Spieln, kein Raukerl und kein Schwül — So kann ich mir schon im April mein Puchrad ausg'löst ham.
Josef Weinheber, "Die Werbung":http://gedichtereichesoesterreich.at/weinheber_gedichte_2.htm


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Schwül






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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