Dein Österreichisches Wörterbuch

Kranzldirndl, Kranzeldirndl , das

eine Brautjungfer


Art des Eintrag: Substantiv

Erstellt am: 28.07.2017

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 0 | 3

Kommentar am 28.07.2017

Die Buama und Kranzldirndln suchten sich ihren Partner. Die Burschen bekamen vom Dirndl einen schönen Selbstbinder um den Hut gebunden, zwischen Selbstbinder und Hut steckten Zigarren und Zigaretten [...] Das Kranzldirndl bekam dafür vom Buam das Hochzeitsmahl, es wurde den ganzen Tag freigehalten.
Andreas Rainer u.a., Ortschronik Altenmarkt im Pongau (1996):http://tinyurl.com/ybnup48q
Ist es so weit, dass die Braut in ihrer jungfräulichen Tracht in der Türschwelle erscheint, tritt ein Kranzldirndl mit dem Brautkranz hinzu und sagt: Werte Braut! Der heutige frühe Morgen...
Franz Holler, Eine südoststeirische Bauernhochzeit, ZS f. Volkskunde Jg. 7 (1953):http://tinyurl.com/y7jf7564
Kranzldirndl und Brautführer sind nur mehr selten anzutreffen. Vor einigen Jahrzehnten noch waren sie fester Bestandteil bei jeder Hochzeit.
Vulkanland.at:http://www.vulkanland.at/de/steirisches-vulkanland/brauchtum/
Als] sie zu Paar und Paar in die Kirche schritten, bemerkte der Toni, der mit einer »Kranzeldirn« hinter der Braut mit dem »Kranzelbuben« ging, dass neben dem Tore der Forstjung' stand, und dass die Tonele ihr Gesicht rasch auf die andere Seite wendete. ... Der Toni knirschte mit den weißen Zähnen so stark, dass das Kranzldirndl ihn flüsternd fragte, ob er sich jetzt nicht gar einen Zahn ausgebissen hätte?
Peter Rosegger, „Die Geschichte von der Häuselschnecke“. In „Waldheimat. Neue Geschichten“ (1894/2017):http://tinyurl.com/ycm8863k


Um neue Kommentare einzufügen oder an einer Diskussion teilzunehmen, einfach auf das Österreichische Volkswörterbuch gehen.

Kranzldirndl, Kranzeldirndl






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

Unsere Seite hat auch keine Verbindung zu den Duden-Nachschlagewerken und wird von uns explizit nicht als wissenschaftliches Werk betrachtet, sondern als ein Gemeinschaftsprojekt aller an der österreichichen Sprachvariation interessierten Personen.