0 stars - 3 reviews5


Kre͟uzzaun

der, -(e)s, Umlaut + -e

alpenländische Zaunform


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Österr. Standarddeutsch
Tags: Kärnten,Salzburg,Tirol,u.a.
Kategorie: Technische Begriffe
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 01.02.2018
Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
Bekanntheit: 0%  
Bewertungen: 1 2

Dieser Eintrag ist noch nicht Teil des Wörterbuches.

Ähnliche Wörter

griasn
+2 
Griassn
+2 
grissn
+2 
gurazn
+4 
Kerzen
+3 
Kräzen
+3 

Kommentare (1)


Der Kreuzzaun war eine altartige, im Lungau auf Almen und an Waldrändern einst sehr häufige Zaunform, die ohne Verwendung von Bändern oder Ringen gezäunt werden konnte. Im rechten Winkel zur Zaunrichtung wurden mindestens fünf verschieden hohe Kreuze gebildet, in die jeweils Fichtenstangen eingelegt wurden.
source: Becker & Gaureck, Führer durch das Salzburger Freilichtmuseum (2002)
Die meisten Bauern halten an den alten, durch Jahrhunderte erprobten nagellosen Holzzäunen fest, dem Ring- und dem Kreuzzaun, welche die Anteile der Bauern an der Dorf„tråttn" scheiden, Feld und Wald und Weg trennen und in den Wäldern versteckt zu den Almen hinaufklettern, die sie dann wie ein Netz überziehen.
source: Oswin Moro, St. Oswald ob Kleinkirchheim (1951)
bei dem einzigen Zaun, der daneben vorkommt, dem „Kreuzzaun", wird wenigstens in Kärnten, weniger in Steiermark, der Grundsatz der schräg mit einem Ende auf dem Boden ruhenden Scheite oder Stangen festgehalten
source: Karl Rhamm, Ethnographische Beiträge zur germanisch-slavischen Altertumskunde (1908)
Auf den Almen und auch schon auf den Hochwiesen trifft man den Kreuzzaun, bei dem die Spelten mit dem einen Ende in den Boden gerammt, mit dem anderen Ende auf gekreuzten Stecken liegen, so dass die Spelten in schiefer Ordnung erscheinen.
Der Kreuzzaun ist dort am Platze, wo die Schneelawinen niedergehen. Dort werden die Zäune im Herbst abgelegt und erst im Frühjahr wieder aufgerichtet. Aber auch der Kreuzzaun weicht immer mehr dem einfachen und billigen Drahtzaun.
source: Matthias Maierbrugger, Bauernbrauch im Kärntner Nockgebiet (1974)

Koschutnig 01.02.2018





Facebook   Xing   Twitter

Impressum | Nutzung | Datenschutz

Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
Und hier noch ein paar hilfreiche Links: ÖDV NLP Act-Act-Act Technikwerker Netzwerk