Dein Österreichisches Wörterbuch

Paradeiser

Tomate


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Essen und Trinken, Natur

Erstellt am: 18.01.2004

Bekanntheit: 100%

Beurteilung: 2 | 0

Kommentar am 24.03.2015
"Paradeiser" ist entweder wie das heute gängige Wiener Maskulinum die Verkürzung von Paradeisapfel oder als Femininum ein Plural, während ein Stück davondie Paradeis war (und in etlichen Gebieten noch ist), siehe z.B. Wien um 1911:

Englisch Lady, very nice, oh yes, yes, yes, Hat rote Haar wia Paradeis, oh yes, yes, yes, yes, yes, Hört man sie so englisch singen, da könnt ma aus der Haut glei springen, Englisch Miss, wie bist du mies mit deine magern Füß.
Turl Wiener/Fritzi Rolly, "Englisch Wienerisch". Zonophone 523076 (13030 l):http://tinyurl.com/njg9rvp
In Böhmen und Schlesien, auch in Olmütz und Bozen heißt die Frucht Paradeisapfel, im übrigen Österreich nur Paradeis, Pl. Paradeiser
Hans Gehl, Wörterbuch der donauschwäbischen Lebensformen ( 2005 ) S. 738:http://tinyurl.com/ly9jhor
Bei uns in Österreich sind die Paradeiser, oder auch "Paradeis", eine der beliebtesten Gemüsesorten
ich koche.st:http://www.ichkoche.at/paradeiser/
Darauf verweisen ja auch Zusammensetzungen wie „Paradeissauce“, „Paradeissaft“, „Paradeiskraut“, „Paradeissalat", „Paradeis-Fisolen“, „Paradeis-Gurkengemüse"...

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Paradeiser






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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