Dein Österreichisches Wörterbuch

Veitschi , der

Dreispitzige Jungfernrebe, Partenocissus tricuspidata, Wilder Wein


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Natur

Erstellt am: 24.02.2018

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Kommentar am 24.02.2018

Die Sache mit dem Veitschi Vielleicht erinnern sich manche Leser daran, dass Jörg Mauthe 1974 im Radio, das damals noch Rundfunk genannt wurde, und im Fernsehen [...] eine Kampagne zur Verschönerung öder Feuermauern und hässlicher Gemeindebauten durch die Pflanzung einer ebenso anspruchslosen wie schnell wachsenden Kletterpflanze namens Parthenocissus Trcuspidata Veitchii, vulgo Veitschi, gestartet hatte.
Andreas Schindl, Das Land zwischen den Gedankenstrichen. Neues Nachdenkbuch für Österreicher (2014):https://tinyurl.com/yao3qvg9
die aus Blättern gebildeten Saugplättchen des Veitschi saugen sich nur ganz oberflächlich am Mauerwerk an, ohne dieses zu penetrieren oder den tragenden Stamm in irgendwelche Ritzen zu zwängen. Gleichsam einem neolithischen Penisfutteral, schmiegt sich der Veitschi um sein Gebäude, um es zu schützen, zu kühlen und zu wärmen.
derStandard.at, 26.11.2011:https://tinyurl.com/yas33xya
Viktor stieg die weite, geschwungene Treppe mit den blau-weiß gemusterten Zementfliesen hoch, die Fenster gaben den Blick frei in einen schmalen, von Veitschi überwucherten Innenhof. (Veitschi: Viktor kannte das jetzt, seit Magda den Schrebergarten hatte. Also korrekt, seit sie den Schrebergarten hatten, Magda, er, die Kinder.
Doris Knecht, Alles über Beziehungen (2017):https://tinyurl.com/ybfe74r9
Frau Kramer stört der Anblick der hässlichen Feuermauer vor ihrem Küchenfenster. ... Sie pflanzt daher in ihrem Garten nahe der Mauer drei Veitschi-Pflanzen, die rasch an der Feuermauer emporranken. Frau Gabor wird das schon nicht stören, meint Frau Krämer. Der Veitschi stört Frau Gabor aber doch.
Peter Resetarits,Mein Nachbar nervt (2016):https://tinyurl.com/yalwkuu8


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Veitschi






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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