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armer Häuter



erbarmenswerter Mensch


Wortart: Wendung
Gebrauch: Umgangssprache
Kategorie: Zwischenmenschliches
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 10.03.2018
Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
Bekanntheit: 0%  
Bewertungen: 1 2

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Kommentare (2)


Lang, lang ist's her, da hab ich mit dem Hinweis auf die arme Haut mit -au- bei den Einträgen Heiter (v. Sept. 2008) und armer Heiter (v. Sep.2009)
zur Änderung der Eintragsschreibung geraten. Schließlich liegt die eindrucksvolle alte Gendergerechtigkeit von armer Haut und armem Häuter auf der Hand: keine Frau ist je "ein armer Häuter".

Nix ist allerdings hinsichtlich Schreibung geschehen, daher mein Neueintrag.
Heitarl: Koseform von „Häuter“, z. B. ein armer Häuter = armer Mensch (mit dem Nebenbegriff der Gutmütigkeit)
source: Arnold Blöchl, Melodiarium..., Volksmusik in Oberösterreich 2 (2001)
"Hast Zähndweh, armer Häuter?" fragte sie innig besorgt. "Kumm, gehn ma zu mir z'haus, ich richt' dir an Salbeitee
source: Fritz von Herzmanovsky-Orlando, Der Gaulschreck im Rosennetz (1928), Ausgewählte Werke (2013)
Haben nicht die welschen Spitzbuben vor ein Paar drei Jahren meinem Bruder ein Haxel weggeschossen, daß der arme Häuter jetzt immer hinter'm Ofen sitzt, g'rad nur neben seinem Krückel
source: Karl von Sonklar, Reiseskizzen aus den Alpen und Karpathen
(1857)
„Ja, wie ich sag, wirklich ein guter Mensch ist der arme Häuter — wohl ein armer Häuter, ja, ist er gewesen, kann man mit gutem Gewissen sagen.
source: Gottfried Schöpf, Der Bettlergraf (1962)

Koschutnig 10.03.2018


Mich würde die Etymologie des Wortes interessieren. Ist das einfach männlich für "die arme Haut"? Oder kommt es daher, dass Menschen, die als Tierhäuter gearbeitet haben (falls es solche gab) grundsärzlich arm waren?
Ich find nämlich auch, dass die Schreibung mit "äu" klar ist. Ob es wirklich Gendern ist... da bin ich mir nicht ganz sicher...
Miss Ö 01.08.2018





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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