Dein Österreichisches Wörterbuch

verschauen, sich

sich verlieben


Art des Eintrag: Verb

Kategorie: Zwischenmenschliches

Erstellt am: 27.03.2018

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 2 | 3

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Kommentar am 27.03.2018
In beiden angegebenen Bedeutungen sei "sich verschauen" österreichisch, erklärt Duden.:

verschauen Wortart: schwaches Verb Gebrauch: österreichisch BEDEUTUNGSÜBERSICHT 1 sich verlieben 2. sich versehen (3a)
Duden online:https://www.duden.de/rechtschreibung/verschauen
Wenn zum Beispiel eine Missgeburt zur Welt kam, hat es geheißen, die Mutter habe sich während der Schwangerschaft verschaut. Beim Mitterwenger Schuster, er war ein Liliputaner, haben die Leute gemeint, seine Mutter hätte sich in einen Liliputaner verschaut, denn sie selbst war normal groß.
Roland Girtler, Sommergetreide. vom Untergang der bäuerlichen Kultur (1996):https://tinyurl.com/yclxblz4
»Zum Augenarzt muss der Herr Leutnant, hat der Herr Hauptmann g'sagt, hat sich wahrscheinlich in ein Mädel verschaut, der Herr Leutnant.«
Arthur Schnitzler, Spiel im Morgengrauen (1927), Projekt Gutenberg:https://tinyurl.com/y7rmy9g5
So wie der Wiener ausschaut, ist er Mitte zwanzig und ziemlich reich. Ach ja, und die Eichenhof Maria hat sich in ihn verschaut« »Die Maria? Das hat aber nichts zu sagen, weil die verschaut sich momentan eh in jeden.« Wieder vergingen ein paar Sekunden, dann sagte Robert: »In mich nicht.«
Roland Zingerle, Der Bauer und der Tod. Kärnten Krimi (2018):https://tinyurl.com/y9plj2ay


Kommentar am 04.05.2020
Wie ungewöhnlich ist ein solcher Gebrauch wohl außerhalb von Österreich? Auch DWDS – das „Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache“ - erklärt den Gebrauch von „sich verschauen“ in der Bedeutung „sich verlieben“ als österreichisch, bringt aber unmittelbar darauf norddeutsche Verwendungsbeipiele für „sich verlieben“ wie:
Großer alter Mann, Geheimrat Clausen, verschaut sich in Mädchen vom Land namens Inken. (Die Welt, 06.10.2003) Lindholm hat sich in Kommissar Bergmann verschaut, die Säure der Zuneigung ätzt ihren Selbstschutzpanzer.( Die Zeit, 23.11.2009).
DWDS: https://www.dwds.de/wb/verschauen


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verschauen, sich






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

Unsere Seite hat auch keine Verbindung zu den Duden-Nachschlagewerken und wird von uns explizit nicht als wissenschaftliches Werk betrachtet, sondern als ein Gemeinschaftsprojekt aller an der österreichichen Sprachvariation interessierten Personen.