Dein Österreichisches Wörterbuch
verschauen
durch den Blick Schaden zufügen
Art des Eintrag: Verb
Kategorie: Zwischenmenschliches
Erstellt am: 27.03.2018
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Kommentar am 27.03.2018
Heut ist's auch in der Steiermark nimmer so arg.
der Hebamme und der Patin liegt es ob, das Kind in den ersten Tagen sorglich zu überwachen, dass es kein fremdes Auge anblicke, denn sonst könnte es „
verschaut“ werden. Manche Leute haben böse Augen. [...]
Eine erfahrene Hebamme kennt es auch gleich, wenn ein Kind
verschaut worden ist. Wenn ein Dienstbote oder ein Fremder im Stübel war, so „schleckt“ sie unmittelbar darauf die Stirne des Kindes ab und hat diese einen „
harben“, bitteren Geschmack, so ist das Kind
verschaut. Sie benetzt sofort die Stirne mit ihrem Speichel, denn das ist das einzige Mittel, den bösen Folgen vorzubeugen.
Peter Rosegger, Das Volksleben in Steiermark (1875):https://tinyurl.com/ybw7pqg2
Gegen den bösen Blick hat sie /die Hebamme/ zu sorgen, dass in den ersten Tagen kein fremdes Auge das Neugeborene anschaut, denn es könnte sonst verschaut werden. Eine erfahrene H. kennt den bösen Blick sogleich
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens (1930/31):https://tinyurl.com/y9vtt25e
Ob das Schlecken heut noch zur Hebammenausbildung gehört?
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