Dein Österreichisches Wörterbuch

beangaben

anzahlen; eine Anzahlung leisten


Art des Eintrag: Verb

Erstellt am: 06.09.2018

Bekanntheit: 0%

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Kommentar am 06.09.2018
Man sollte annehmen, das Verb zu " Angabe" (Anzahlung) sei "angeben", doch nein, nicht in Österreich, nicht im alten Österreich und nicht im neuen: Mit "beangaben" wurde Österreichs Sprache bereichert! "Kaufmannssprache" nennen's die Wörterbücher.

Wie kommt der Fabrikant dazu, Zeit und Geld zum Fenster hinauszuwerfen, Porti zu verausgaben und seine bestellte Waare unbezogen auf Bahnhöfen und Postämtern herumkugeln zu lassen? ... wir nehmen daher keinen Anstand, das Verzeichniss dieser Firmen, welche bestellte, mitunter beangabte Waaren gar nicht behoben, als Warnung für andere Lieferanten hier mitzutheilen: ...
Wiener Handels-Presse, 18.1.1876:https://tinyurl.com/ycqoh26k
Bestellungen uns unbekannter Firmen müssen mit 1/3 des Wertes beangabt werden; der Restbetrag wird durch Nachnahme eingehoben
Österr. Zentralblatt für die juristische Praxis, 40. Jg. (1923):https://tinyurl.com/y7ywm634
während laut Ministerialaussage das Konvolut mit einer Million Schilling beangabt wurde, wollen Löcker & Wögenstein bislang keinen Groschen gesehen haben.
Profil 8. Jg. (1977):https://tinyurl.com/ychwfo52
Umtausch innerhalb von 3 Tagen gegen Vorweis dieses Rechnungsbelegs. Beangabte Waren sind längstens in 14 Tagen abzuholen, danach verfällt die Anzahlung.
Autoersatzteile Wien.at:https://tinyurl.com/yd43l6fd


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beangaben






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

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