Dein Österreichisches Wörterbuch

gfuigt

passt, reicht, genügt


Art des Eintrag: Verb

Erstellt am: 08.12.2018

Bekanntheit: 0%

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Kommentar am 08.12.2018
Aus dem steir. Jogglland:

So red ma bei uns [...] gfuigt scho Es genügt schon
Gasthaus Orthofer: https://www.orthofer.at/home/so-red-ma-bei-uns
ausreichen, genügen; auch in Verbindung mit »gfuign«. zB. »Es gfuigt nit«, das heißt:»es reicht nicht aus«
Burgenländische Gemeinschaft Nr. 327, Jg. 39/1994, Heft 1/2: https://tinyurl.com/y8zxcdmz
MamaMafalda Hallo! ... Noch ein Wort hab ich, das ich sehr liebe und ohne das ich nicht kommunizieren könnte: "gfuigen", also ich sage: "Gfuigt schon!" im Sinne von genug, reicht schon, passt schon, kannst schon aufhören,...
Parents.at: https://tinyurl.com/yctu4huy


Kommentar am 08.12.2018
"Was ist in der österreichischen Küche gefügig?" fragte sich eine Liechtensteiner und erforschte das steirische Wort:
zur Geschichte des Worts, welches ich vor ca. 30 Jahren zum ersten Mal in der Steiermark hörte: «So, des gfuigg!» [...] Gefügen ist eine Verstärkung von fügen und wurde vorerst für eine Verbindung, eine Angleichung oder den Beischlaf verwendet. Die Wortbedeutung entwickelte sich dann ab dem 15. Jahrhundert stetig: gefügiges Blech (‚biegsam‘), dann ‚willig, nachgiebig, geeignet, [...] schließlich ‚passend‘. So also hört man in der Küche heute vielleicht beim Salzen einer Suppe «des passt» [...] Meine damalige (steirische) Frau wie auch ihre Schwägerin verwendeten aber das ältere «des gfuigg» oder «des gfuigt»
Herbert Hilbe Texxt: https://tinyurl.com/y8kghjgr


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gfuigt






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

Unsere Seite hat auch keine Verbindung zu den Duden-Nachschlagewerken und wird von uns explizit nicht als wissenschaftliches Werk betrachtet, sondern als ein Gemeinschaftsprojekt aller an der österreichichen Sprachvariation interessierten Personen.