Dein Österreichisches Wörterbuch

Streichmacher, Strachmacher , der

Großtuer, Prahlhans


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Veraltet, Historisch

Erstellt am: 02.02.2020

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Kommentar am 02.02.2020

»Strach, Streich, Schwänke, Wind, Aufwand. Der Kerl macht Strach. Er is a rechter Strachmacher. «
Ignaz von Sonnleithner, „Mundart der Österreicher oder Kern ächt österreichischer Phrasen und Redensarten. Von A bis Z“, Wien 1811: http://tinyurl.com/kuce2uq
» Das muaß geh'n und thuats der Herr Bitterklee net, so glaub i net an seine Kunst....thuat er's aber net, so is er a Strachmacher. und i wirf'n ebenfalls bei der Thür außi«
Vincenz Chiavacci, Aus dem Kleinleben der Grosstadt: Wiener Genrebilder (1898): No die Leut hab'n's notwendig, san noch den letzten Zins schuldig und nehmen 's Holz kreuzerweis beim Greißler; aber 's Strachmachen. können s' halt net g'raten. [quote: Alois Berla, Das Gänsemädchen auf der Brandstatt: Posse mit Gesang. Wiener Theater-Repertoir 209, Wien 1868: http://tinyurl.com/qgmbw5m


Kommentar am 02.02.2020
Robert (erblickt den Kater): Ha, was ist das? Das ist keine Katz ... nein, das ist ein Ungeheuer mit feurigen Augen ... Ba, die Größ! Bertram: Ist das deine Kurasche? Prahlhansel! Streichmacher! Memme!
Nestroy, Robert der Teuxel ( 1833/1891, Bd. 9): https://tinyurl.com/smhy9xy
Was gibt's denn da? – Geist: Was wird's denn sein? der Geist eines Menschen, der auch auf der Welt nichts anders, als ein Streichmacher war, hat halt wieder unmenschlich gezehrt und hat abfahren wollen
Franz Joseph Volkert, „Der Geist auf der Bastey. Posse mit Gesang (1820): https://tinyurl.com/skfbhqp
Hugo von Hofmannsthal im Rosenkavalier:
„Macht dir doch kein Dépit, Cousin Rofrano,/ daß dein Herr Vater ein Streichmacher war? / Befindet sich dabei in guter Kompagnie, der selige Herr Marchese./ Ich selber exkludier’ mich nicht.“
Michael Klonovsky, Der Rosenkavalier: https://tinyurl.com/uonjh2r


Kommentar am 02.02.2020
Adalbert Stifter:
Die Streichmacher. Diese Secte ist sehr zahlreich und fast so weit verbreitet als das Gras, und eben so mannigfaltig als das Gras, zu dem der Weizen ebenso gehört, wie jenes Gras, das kein Vieh frißt. Ehe wir zu der Mannigfaltigkeit der Streichmacher übergehn, hätte er Leser hätte nun freilich ein Recht zu erfahren, was denn eigentlich ein Streichmacher sei, allein, wir bekennen eine stichhaltige Definition eines Streichmachers ebenso wenig zu kennen als die des Grases, aber so wie der Mensch recht bald das Gras von dem Salate unterscheiden lernt, , so lernt er auch bald die Streichmacher kennen, (...)- in wenigen Jahren kennt er sie, und zwar von dem sanftesten und solidesten Streichmacher an bis zu dem Fanatiker
Adalbert Stifter, Die Streichmacher (1844). https://tinyurl.com/rccvmeo


Kommentar am 02.02.2020
Hübsch: In Castellis Wörterbuch der niederösterr. Mundart (1847) steht zum Eintrag „Schdrach (die), Streiche, Schwänke, Wind“:
a Schdrachmåcha, Windbeutel
Ignaz-Franz Castelli, Wb. der Mundart in Österreich unter der Enns (1847): https://tinyurl.com/s8orbeu


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Streichmacher, Strachmacher






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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