Dein Österreichisches Wörterbuch

Zwifachl , das

Hodensack


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Humorige Bezeichnungen, Veraltet, Historisch

Erstellt am: 04.02.2020

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 1 | 0

Kommentar am 04.02.2020
Im Laufe des 19. Jh. findet das Zwifachl neben jener Redewendung, in der es dem Krawattl oder dem nördlichen Schlawittchen entspricht, aber auch eine Bedeutung, die nicht auf einen Kleidungsteil zurückgeht, eine Bezeichnung für etwas, das von der Rockfalte bzw. den Rockschößen des Mannes effektiv nur ein paar Zentimeter, bedeutungsmäßig jedoch gewaltig weit entfernt ist, wenn Joseph Hyrtl schreibt:

Ex ore vulgi dagegen lässt sich in Oesterreich das Zwifachl hören, für Hodensack, welch' letzterer bekanntlich zwei schon äusserlich wahrnehmbare Fächer enthält.
Hyrtl, Die alten deutschen Kunstworte der Anatomie (1884):https://tinyurl.com/vphcpkc


Kommentar am 16.02.2022
"das kann nit aufgeführt werden"
Und wenn d' Frau Gemahlin so dahinter käm, Gleich beim Eintritt mich beym Zwiefachl nähm? Na Sie, das kann nit aufgeführt werden, da müßt i bitten, Ich halt auf ganze Augen und auf gute Sitten.
Karl Meisl, Orpheus und Euridice, oder, So geht es im Olympus zu ; Eine mythologische Karrikatur in zwey Aufzügen (1813): https://books.google.at/books?id=0hNkAAAAcAAJ&dq=pluto+...+euridice&hl=de&source=gbs_navlinks_s


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Zwifachl






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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