Dein Österreichisches Wörterbuch

Schlurfkatze , die

Modepuppe der NS- und Nachkriegszeit


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Veraltet, Historisch, Schimpfworte - deutlich

Erstellt am: 21.05.2020

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Kommentar am 21.05.2020

Ihr Betragen entsprach gar nicht dem femininen BDM-Mädl-Ideal jener Zeit. Entgegen Goebbels´ Ermahnung gibt sich die „Schlurfkatze“ elegant und mondän, auffällig geschminkt, ein Glas alkoholisches Getränk in der Hand und qualmend – die Zigarette im langen Spitz – immer bedacht auf ihr Äußeres, betont sexy und weiblich frivol, mal im übergroßen Hosenanzug, mal im sehr kurzen körperbetonten Kleid.
PressReader, Critical Studies in Fashion and Styles:https://tinyurl.com/y8dh7we5
Kragen aufgestellt, Hand im Hosensack, eine Zigarette im Mund, und einen Hut auf – das war bei der HJ verpönt! und für die „Schlurfkatzen“ knielange Röcke, welche als „skandalös kurz“ empfunden wurden, hochgesteckte Haare, lackierte Fingernägel, und was als besonders verwerflich und unsittlich angesehen wurde war, dass sie sich schminkten
Tamara Block, Die „Swing-Jugend“, 2012: https://tinyurl.com/yceyrm9b


Kommentar am 22.05.2020
Im Hinblick auf die Stil-Präsentation der Schlurfe und Schlurfkatzen in allen Belegen liegt die Echt-Wien-Sammlung mit „schmierig“ und "graust" in ihrem völlig unpassenden Verwendungsbeispiel zu 100% daneben!
"Da Schluaf und sei Schluafkåtz, de zwa san so schmierig, daß da graust."
Echt Wien: http://www.handyschwartn.at/de/lexikon/1037
Die Schlurfs waren Teenager aus den Arbeiterbezirken, die in den Jahren des 2. Weltkriegs einen ... Dandy-Stil etablieren wollten. Durch diese Lebensart gerieten sie mehr und mehr in Opposition zum NS-Regime .... Als Stil-Vorbilder dienten den männlichen Schlurfs amerikanische Jazz-Jugendkulturen... Die Mädchen - die 'Schlurfkatzen' bzw. die 'Modepuppen' – gaben sich dazu so amerikanisch wie möglich.
DieZeitschrift.at, 22.5.14:https://tinyurl.com/y8d2ruhv


Kommentar am 23.05.2020
Für ein verunglücktes Beispiel für breites Wienerisch, jedenfalls was die wesentliche Periode des Begriffs anlangt, halte auch ich
"Da Schluaf und sei Schluafkåtz, de zwa san so schmierig, daß da graust."
Echt Wien: http://www.handyschwartn.at/de/lexikon/1037
In Deutschland nannten sich die Jazzfans „Swings“, ... in Österreich wurden sie wegen ihrer aufreizenden Lässigkeit „Schlurfs“ oder „Schlurfe“ genannt. Der Dresscode der „Swings“ war strictly british ... Die Mädchen, in Österreich „Schlurfkatzen“ genannt, trugen kurze Röcke und schminkten sich auffällig.t
Jazz in der NS-Zeit. Der Tagesspiegel, Berlin, 6.1.2012: https://tinyurl.com/yddo5gpw
Die Schlurfs und Schlurfkatzen seien die UrahnInnen aller oppositionellen Subkulturen gewesen, behauptet der Regisseur Wolfgang Beyer
Augustin: 5. 6. 2007: https://tinyurl.com/y998tt48


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Schlurfkatze






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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