Dein Österreichisches Wörterbuch
geraten
langen, reichen
Art des Eintrag: Verb
Erstellt am: 12.09.2020
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Kommentar am 12.09.2020
„geraten“ bildet – so besagt die deutsche Standardgrammatik – in allen seinen Bedeutungen das Perfekt mit „sein", so z.B. „es ist mir gut geraten“, „wie bist du da hineingeraten?".
Nun bin ich aber umgekehrt auf ein österreichisches „geraten“ mit „haben“ gestoßen, und nach weiterem Suchen habe ich es auch bei Hugo von Hofmannsthal und bei Ferdinand Raimund gefunden und zwar in einer Bedeutung, die die deutschländische Varietät der deutschen Sprache nicht kennt. Daher der Eintrag.
Kommentar am 12.09.2020
Hofmannsthal:
Jeronim. Mit solchen Reden ihrer vermaledeiten, satanischen Zungen [....] die Raben müssen ihnen die Zungen aus dem Maul hacken.
Anton: Jetzt [b]hat's g'raten[/b]! Jetzt zeig, dass du weißt, wo der Bartel den Most holt! Raimund:
[quote:Raimund, Die unheilbringende Zauberkrone (1829), 29. Szene: http://gutenberg.spiegel.de/buch/die-unheilbringende-krone-4664/3]
Arete. So hässlich ist kein Mann hienieden.
Simplizius. Die Gusto sind zum Glück verschieden.
Arete. Wie abgeschmackt der Schnitt der Kleider.
Simplizius (aufbrausend). Das ist nicht wahr, ich bin – (fasst sich und sagt gelassen) nur weiter.
Arete. Nun hättest du dich bald verraten.
Simplizius. Ja, meiner Seel', jetzt [b]hat's mir g'raten[/b].
Arete. Du musst mir sagen, wer du bist?
Simplizius. Ich bin ein Held, wie's keiner ist.
Hugo von Hofmannsthal, Der Turm (1928): https://tinyurl.com/yy6x9cwc
Kommentar am 12.09.2020
Hofmannsthal:
Jeronim. Mit solchen Reden ihrer vermaledeiten, satanischen Zungen [....] die Raben müssen ihnen die Zungen aus dem Maul hacken.
Anton: Jetzt [b]hat's g'raten[/b]! Jetzt zeig, dass du weißt, wo der Bartel den Most holt!
Hugo von Hofmannsthal, Der Turm (1928): https://tinyurl.com/yy6x9cwc
Ferdinand Raimund:
Arete. So hässlich ist kein Mann hienieden.
Simplizius. Die Gusto sind zum Glück verschieden.
Arete. Wie abgeschmackt der Schnitt der Kleider.
Simplizius (aufbrausend). Das ist nicht wahr, ich bin – (fasst sich und sagt gelassen) nur weiter.
Arete. Nun hättest du dich bald verraten.
Simplizius. Ja, meiner Seel', jetzt [b]hat's mir g'raten[/b].
Arete. Du musst mir sagen, wer du bist?
Simplizius. Ich bin ein Held, wie's keiner ist.
Raimund, Die unheilbringende Zauberkrone (1829) : https://tinyurl.com/yxto6922
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