Dein Österreichisches Wörterbuch

Webe , die

Leinwand


Art des Eintrag: Substantiv

Erstellt am: 25.05.2022

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Kommentar am 25.05.2022
Duden wie auch DWDS erklären "Webe" als österreichisch. Zu finden ist die Webe allerdings gewöhnlich in Verbindung mit Leintüchern. Ein Händler bietet u.a. ein

Strapazierfähiges Webeleintuch von Florella Einfach praktisch ist dieses Webeleintuch von Florella! Das klassische Leintuch ist besonders strapazierfähig und besitzt keinen Rundumgummi. Das Tuch kann daher ohne Probleme zweckentfremdet werden, z.B. als Basteltuch für Kinder, Strudeltuch oder Biertischdecke.
Betten-Reiter: https://tinyurl.com/248vbhfj/
Da ist z.B. auch das Angebpt einer Vorarlberger Firma:
Webeleintuch “leicht” Klassisches Webe-Leintuch in weiß,ohne Spanngummi.• 2-seitig gesäumt • 100% Baumwolle • 95° Wäsche, chlorecht und trocknergeeignet
Etzinger fein & guat, Nütziders: https://tinyurl.com/by7744ts
Leintücher sind also längst nicht mehr unbedingt leinene Tücher!

Kommentar am 08.06.2022
Allerdings findet man die Webe auch noch bei Gerhart Hauptmann, jedoch nicht, wie ich erwartet hätte, in seinen „Webern“, sondern im Roman „Der Narr in Christo Emanuel Quint“ von 1910.
An diesem Abend ließen die Brüder Quint nicht von sich gehen. Da sie am Tage vorher ihre [b]Webe[/b] zum Kaufmann gebracht hatten, so war ein wenig gebrannter Roggen und Brot im Hause, ein Feuer konnte im Herd entzündet und Quint bewirtet werden.
G. Hauotmann, „Der Narr in Christo Emanuel Quint“, Projekt Gutenberg: https://www.projekt-gutenberg.org/hauptmag/narr/chap001.html


Kommentar am 28.06.2022
„Webe“ gibt’s etliche Male auch in Hauptmanns „Webern“, bes.im 1. Akt: [Hauptmann; Die Weber (1892), https://www.projekt-gutenberg.org/hauptmag/weber/chap002.html] Herr Dreißicher, ich mzß mich wirklich beklagn. Herr Freiser hat mer ... Ich hab doch fer mei [b]Webe[/b] jetzt immer zwölftehalb Beemen kriegt .[/quote]

Kommentar am 28.06.2022
Besser: „Webe“ gibt’s auch in Gerhart Hauptmanns „Webern“:
Herr Dreißicher, ich muß mich wirklich beklagn. Herr Freiser hat mer ... Ich hab doch fer mei Webe jetzt immer zwölftehalb Beemen kriegt .
Hauptmann; Die Weber (1892), https://www.projekt-gutenberg.org/hauptmag/weber/chap002.html


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Webe






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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