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andienern, sich

sich andienen


Art des Eintrag: Verb

Erstellt am: 03.11.2022

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 0 | 1

Kommentar am 03.11.2022
Nirgends registrierter kleiner Unterschied zum allgem. deutschen Standard:

"Kann es sein, dass Gusenbauer seine … Ideologie an den jeweils Meistbietenden verscherbelt und sich dabei traumwandlerisch den mit Abstand übelsten Auftraggebern [b]angedienert[/b] hat?"
Dieter Chmelar auf Twitter: https://tinyurl.com/mry9cw7d
Während die Ukraine mit dem Holodomor (Anm.: Hungersnot in 1930ern) in die Weltgeschichte eingegangen ist, hat sich Frankreich mit Brot und Wein den Besatzern [b] angedienert[/b] .
Lesen in Tirol: https://tinyurl.com/2p8f4m4r
Nun muss der S37 die niederösterreichische S34- Traisentalschnellstraße folgen, die vom damaligen Landeshauptmann dem Verkehrsminister als alpenquerende Verbindung [b] angedienert[/b] worden ist.
APA, OTS: https://tinyurl.com/y5j87d65


Kommentar am 07.11.2022
'Andienern' bzw. das Partizip 'angedienert' taucht allerdings auch in Texten der Bundesrepublik auf, z.B. in der WELT, deren Chefkommentator Jacques Schuster am 08.01.2021 schreibt:
Haben [b]sich[/b] die deutschen Juden ihren christlichen Nachbarn [b] angedienert[/b] ?
Welt.de: https://tinyurl.com/cr7ja8zf
Oder in einer Rezension im Literaturcafe.de:
»Denkwürdigkeiten« von Eckhard Henscheid […] Eine Enttäuschung war »Welche Tiere und warum das Himmelreich erlangen können.« – spöttisch [b]angedienert[/b] als »Neue theologische Studien«.
Malte Bremer, literaturcafe.de: https://tinyurl.com/39uwdvjw


Kommentar am 11.11.2022
Doch über einen typischen Österreicher, über Helmut Qualtinger im Musiklexikon:
Aufsehen erregte … Der Herr Karl, in dem er … einen wehleidigen, dabei selbstgerechten Opportunisten verkörperte, der [b]sich[/b] in seinem ganzen Leben allen in Österreich herrschenden politischen Mächten [b] angedienert[/b] hatte.
Österr. Musiklexikon: https://tinyurl.com/yt3zu7xj
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andienern, sich






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

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