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Neigerl

das, -s, -n
[ Noargerl ]

Getränkerest


Wortart: Substantiv
Erstellt von: Russi
Erstellt am: 23.04.2006
Bekanntheit: 39%  
Bewertungen: 22 10

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Kommentare (6)


ist mir auch eher als Noagal bekannt *trink aus des Noagal*
Amalia 26.08.2006


Das r nach dem oa gehört raus.
Ich plädiere ebenfalls, wie alle anderen, für die Aussprache "Noagerl" oder "Noagal", aber ohne das r nach dem oa.
Remigius 17.04.2008


"... Wenn du bloß noch ein Neigerl im Glas hast", versuchte er, sich herauszualbern, "dann kannst du dir ein frisches Bier kommen lassen
source: Dietrich Kothe, „Landglut Hopfensud“, AAVAA Verlag, Berlin 2013

Der 1938 bei Breslau geborene Autor wuchs im bayrischen Landsberg auf, studierte und unterrichtete danach in Bayern, daher sein Wissen ums Neigerl, dem er wohl als einem „Noagerl“ begegnet war.
Auch der nächste Beleg in "offizieller" Schreibweise ist bayrisch:
Als im Maßkrug nur noch ein Neigerl ist, legt er den Kopf so weit zurück, dass sein Nacken dicke Wülste bildet. [...] Er lacht die Frauen an und lässt die Kinder auf dem Hofhund reiten. Er trägt die leeren Gläser in die Küche, und wenn nicht zu viele Wespen im Glas auf und ab krabbeln, darf ich das Neigerl austrinken
source: Viktor Niedermayer, „Finsterland“. Ein Roman aus dem Bayern der 1930er Jahre, Nagel & Kimche, Zürich 2015

Aber ist's zu glauben? Auch ein Peter Rosegger hat das Noagerl zum Neigerl verschriftlicht:
... jetzt kamen große, dampfende Schüsseln herein. Die Reissuppe. - Sollte es denn von neuem beginnen? Das geht ja nicht mehr, dachte ich mir; aber es ging. Bis aufs Neigerl haben wir die Suppe ausgelöffelt. "Ein' warme Suppen ist gut auf'n nüchternen Magen!" Mit diesem Sprichwort leitete man lustigerweise die neue Epoche ein.
source: Peter Rosegger, „Waldheimat“ (Kapitel „Ein Neujahrsmahl beim Hammerherrn“), Jazzybee Verlag, 2012

Koschutnig 23.02.2015


Tiroler Neigerl-Kenner?
Die allermeisten Leserinnen und Leser dürften gerätselt haben, was die Überschrift „Neigerl-Trinken, lauwarm“ in ihrer >Tiroler Tageszeitung< besagen soll, denn auch im danach folgenden Text wird wohl nicht jedermann klar, was mit dem den Tiroler(inne)n doch nicht wirklich geläufigen, da überwiegend bayrisch-verschriftlichten „Neigerl“ gemeint ist.
Neigerl-Trinken, lauwarm.
Ödön von Horváths vielschichtigem Volksstück „Kasimir und Karoline“ rückt man in der Josefstadt mit einer „zeitlosen“ Inszenierung auf den Pelz.
Was von Regisseur Georg Schmiedleitners Versuch, Horváths Kommentar zur Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre, als solchen man „Kasimir und Karoline“ sehen muss, in Erinnerung bleiben wird, sind die zahlreichen Maßbierkrüge, die den Bühnenboden in ein seltsames Labyrinth verwandeln. Inwieweit diese Idee, sieht man von der Möglichkeit ab, die Schauspieler immer wieder die Reste aus den Gläsern trinken zu lassen, maßgeblich für den Lauf der traurigen, patscherten und von den Zeitläufen in den Dreck des Elends gezogenen Liebesgeschichte(n) ist, sei dahingestellt.
source: Tiroler Tageszeitung (14.09.2012)

Durchaus interessant ist das Umfrage-Ergebnis von Retti, was die Kenntnis von schriftlicher und sprachlicher Form in Teilen Österreichs anlangt (Tirol ist nicht darunter), s. http://tinyurl.com/hzmj4de
Koschutnig 23.02.2015


Na Prost!
Das “Neigerl-Prinzip” soll die Wirtschaft retten
[...] In Bayern wird das sogenannte “Neigerl-Prinzip” in vielen Wirtshäusern und bei Volksfesten angewendet. Die Bierreste in den zurückgegeben Gläsern werden dabei in ein neues Maß-Glas geschüttet, mit etwas frischem Bier aufgefrischt und wieder verkauft.
source: Berliner Schwafelladen, 16. Feb. 2009

Koschutnig 23.02.2015


in diesem Zusammenhang kenne ich weder Neigerl noch Noagerl.
dingle 06.09.2016





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
Und hier noch ein paar hilfreiche Links: ÖDV NLP Act-Act-Act The Scrum Master