Dein Österreichisches Wörterbuch

Deckel

Gesundheitskontrollkarte der Prostituierten


Erstellt am: 14.08.2006

Bekanntheit: 60%

Beurteilung: 3 | 0

Beispiel am 25.08.2014
* « Vergangene Woche war die Befreiung einer 15-jährigen Rumänin aus einem Bordell in Klagenfurt als Erfolg gefeiert worden. [...] der Inhaber des Laufhauses in der Kärntner Landeshauptstadt hatte sich gegen den Vorwurf der Zwangsprostitution zur Wehr gesetzt: "Die Rumänin war ganz korrekt ange­meldet, sie hatte auch den Deckel" (Gesundheitsbuch des Magistrats, Anm.) . [... ] Die 15-Jährige hatte für die erste Untersuchung einen Reisepass vorgelegt, der offenbar gefälscht war. Danach erhielt sie den "Deckel" für die wöchentlichen Untersuchungen.» (kurier.at 03.04.2012) * « Die Abzocke mit dem Deckel im Rotlichtmilieu Prostitution ist Ländersache, deswegen gibt es bei der verpflichtenden Untersuchung unterschiedliche Regelungen. Das Land Salzburg etwa verdient damit jeden Monat 60.000 Euro. [...] Zwar müssen Prostituierte in ganz Österreich jede Woche zur Untersuchung für den Deckel, wie die Gesundenkarte heißt, zum Amtsarzt. Doch nur in Salzburg kostet die verpflichtende Kontrolle jede Woche 35 Euro - obwohl Prostituierte als Selbstständige ihre SVA-Beiträge einzahlen. Bei aktuell 425 registrierten Sexarbeiterinnen in der Stadt und im Land Salzburg spült die Pflichtuntersuchung somit jeden Monat rund 60.000 Euro in die Kassen der Landesregierung.» derStandard.at 12.2.2014, 18:44

Kommentar am 26.08.2014
Amtlich: "Kontrollkarte" «Frauen, die als legale Prostituierte arbeiten wollen, müssen volljährig sein und sich bei der Bundespolizeidirektion Wien melden. Sie erhalten nach einer ärztlichen Untersuchung im Gesundheitsamt einen Lichtbildausweis, die Kontrollkarte. Die „Kontrollprostituierten“ sind verpflichtet, sich wöchentlich beim Gesundheitsamt in der Gonzagagasse untersuchen zu lassen. Die wöchentliche Untersuchung wird auf der Kontrollkarte („Deckel“) vermerkt. Erfolgt die Untersuchung nicht regelmäßig, wird der Ausweis eingezogen. » „Öffentliche Sicherheit. Das Magazin des Innenministeriums“, Nr. 1-2/2003 [http://www.bmi.gv.at/]

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Deckel






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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