Dein Österreichisches Wörterbuch

Koberer

Gastwirt


Art des Eintrag: Substantiv

Erstellt am: 29.08.2006

Bekanntheit: 50%

Beurteilung: 3 | 1

Kommentar am 01.02.2013

» Das Rotwelsch, so Girtler im STANDARD-Gespräch, sei ein Idiom, das seit dem Mittelalter aus verschiedensten Dialekten des deutschen Sprachraums, aus dem Jiddischen und aus Sprachen des benachbarten Auslandes gewachsen ist. [...] Verschiedene Rotwelsch-Ausdrücke seien inzwischen so gebräuchlich, dass sie gar nicht mehr mit Gaunern assoziiert würden.
Zum Beweis zitiert "Feldforscher" Girtler im nächsten Gasthaus sofort den Wirt an den Tisch, um festzustellen, ob der denn wisse, wie seine Profession in Rotwelsch genannt werde. Er weiß. Koberer nennt man Wirte in der Gaunersprache. [...] Gasthäuser sind dort nach dem jiddischen Wort für 'Haus' Beisln, und in Beislhütten konnte jeder Stranzenstade (Obdachlose) bloß einen Platz zum Püseln (Schlafen) finden.« Und da ist wohl die Verbindung zum "Koberer", denn das Wort geht zurück aufs jiddisch "kowo" = Schlafkammer.
DER STANDARD, 2. August 1999:http://tinyurl.com/ao399pr
Auf der Reeperbahn hat das jiddische Wort übrigens eine andere Bedeutung entwickelt: "Ankobern" sei ein alter hanseatischer Begriff und stehe frei übersetzt für "anwerben", liest man in der linken Berliner TAZ . Daraus habe sich der Koberer entwickelt und bezeichne nun einen Spezialberuf innerhalb des Gastgewerbes, einen "Rammelbuden-Werber" ( d.i. ein "Portier der alten Schule"):
Es gibt nicht mehr viele Koberer auf der Reeperbahn, die die KundInnen in ihre Kiez-Läden locken wollen "Guten Abend, Jungs! Kommt mal hier rüber, wir sind hier noch die einzige Rammelbude" - Peter Schöndube ist "Koberer" an der Großen Freiheit auf St. Pauli
TAZ, 27.11.2001:http://tinyurl.com/bah64l6


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Koberer






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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