Dein Österreichisches Wörterbuch

hucken

sitzen


Art des Eintrag: Verb

Erstellt am: 06.06.2005

Bekanntheit: 100%

Beurteilung: 2 | 0

Kommentar am 10.04.2007
besonders im Wirtshaus "hucken".

Kommentar am 17.03.2014
Wer denkt, dass das Hucken immer schon so ganz und gar österreichisch gewesen ist, der lese und staune:
* In den Novellen Theodor Storms kommt's vor (nördlicher geht's nimmer!): "..., wo sie auf einem der Binsenstühle ein verwachsenes Männlein in zeisiggrünem Rocke hatte hucken sehen." (Theodor Storm, "Von heut und ehedem. Auf der Reise")
* und z.B. auch 1791 in "Faust's Leben, Taten und Höllenfahrt" des Sturm-und-Drang-Dichters Friedrich Maximilian Klinger: "...dass er sein Weib nicht aus den Augen lässt, dass sie neben seinem gepolsterten Sessel hucken, und ihm zuhören muss, wenn er die Legende kommentiert, ... "
* Auch der Breslauer Willibald Alexis gebrauchte es: "'Man weiß doch nicht, wer kommt,' sprach Salome niederhuckend ("Der Roland von Berlin", einer seiner "vaterländischen Romane", 1840) oder: "Der Gefangene konnte keine Bekenntnisse mehr vor einem irdischen Richter ablegen. In huckender Stellung saß er mehr als dass er hing, mit seinem Taschentuche an dem Thürpfosten der Kammer erdrosselt" ("Karl Grandisson 1814" im "Neuen Pitaval" Bd. 10, 1859)

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hucken






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

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