Dein Österreichisches Wörterbuch

Fensterschwitz , der

schwacher Kaffee


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Essen und Trinken

Erstellt am: 22.08.2005

Bekanntheit: 13%

Beurteilung: 10 | 1

Kommentar am 04.11.2015
nie gehört, und das ist typisch österreichisch?

Kommentar am 04.11.2015
Fensterschwitz, dieses Wort gibt es bei uns nicht. Weder für Bier noch für Kaffee.

Kommentar am 04.11.2015
Ich kenne das Wort aus Bayern in der Bedeutung "Kondenswasser".

Kommentar am 04.11.2015
Nie gehört. Klingt aber erheiternd und kreativ. Scheint eine zeitgenössische Neuschöpfung zu sein.

Kommentar am 07.11.2015
Eine "zeitgenössische Neuschöpfung" ist's nicht, doch was mag im 18. Jh. im sächs. Erzgebirge der "Fensterschwitz" als Hausmittel gegen Flechten gewesen sein?

Die Flechten vertreiben sie mit Fenster-Schwitz oder nüchternen Speichel oder den aus einer angezündeten Bircken-Ruthe austropffenden Oehl oder mit der Fettigkeit so auf einen zinnern Teller von gebrandten Lösch-Papier bleibt.
Christian Lehmann, „Ausführliche Beschreibung des Meißnischen Ober-Ertzgebürges (1747), S. 882:http://tinyurl.com/oykukec
Aber auch in Tirol war der Fensterschwitz mancherorts in der Hausapotheke zu finden. Aus Ranggen, Bez. Innsbruck Land, stammt das Geheimwissen:
Weihwasser und Fensterschwitz vertreiben die Kehrlecken
Ignaz Vinzenz Zingerle, „Sitten, Brauche und Meinungen des Tiroler Volkes“(Innsbruck 1871):http://tinyurl.com/ptgrzoe
Ein Schelm, wer jetzt was Unanständiges denkt! Siehe Kehrlecken Eindeutig wird das auch in Wien bekannte Hausmittel gegen Herpes, Krätze, Flechte u.ä. jedoch durch die Aufklärung des Professor Popowitsch (1705 - 1774), den Pionier der österreichischen Standardsprache:
Zittrich. der, Ist ein besonderer scharfer roter Auswurf auf der Haut des Menschen, welchen die Ärzte unter die Kräze zählen; [...] im Winter tupfet man zu Wienn die mit diesem Uebel behaftete Haut mit dem Schwize der Fensterscheibe […]
Johann Siegmund Valentin Popowitsch, Versuch einer Vereinigung der Mundarten von Teutschland als eine Einleitung zu einem vollständigen Teutschen Wörterbuche (Wien 1780):http://tinyurl.com/ogkgqwj


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Fensterschwitz






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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