Dein Österreichisches Wörterbuch

auftunken

aufsaugen, auch "kulinarisch" verwendet - Brot, Knödel etc. in Sauce tauchen/dippen


Art des Eintrag: Verb

Kategorie: Essen und Trinken, Arbeitswelt

Erstellt am: 07.10.2013

Bekanntheit: 40%

Beurteilung: 2 | 1

Kommentar am 11.10.2013
Schönes Wort... früher oft gehört und verwendet, jetzt eher selten. LG Meli

Kommentar am 11.10.2013
Weg damit, bitte! Das Wort ist überall zuhause Da gibt's einen Eintrag von Amalia (2006-09-15):
"Österreichisch : Knödel eintauchen in den Saft
Deutsch : mit Klössen auftunken die Tunke"

Knödel eintauchen in den Saft
- auch wenn's da berechtigte Einwände gibt, denn es kommt nicht 'tunken' von nördlicher 'Tunke', sondern die 'Tunke' wurde vom gemeindeutschen 'tunken' "rückgebildet", wie der Fachausdruck lautet.

Beispiele für "deutschen" Gebrauch:
* "Handbuch des guten Tones", Berlin 1936: "Die Soße mit dem Löffel zu essen oder mit Brot aufzutunken , macht keinen guten Eindruck."

* Werner Zillig: "Gutes Benehmen", Berlin 2004: " Bratensaft darf, obwohl gerade das besonders gut schmeckt, nicht mit Brot aufgetunkt werden."

* Gertrud Oheim: "Einmaleins des guten Tons", Bertelsmann, Gütersloh 1955: (In Frankreich ist es ) "durchaus schicklich, das Brot statt des Messers zu benutzen, wenn man einen Bissen auf die Gabel schieben will, und mit ihm den letzten Saucenrest aufzutunken".

* WOLFRAM SIEBECK: "Einigkeit und Recht auf Eintopf" in der ZEIT (28.12.2000) ): "Der preußisch-protestantische Beitrag zur deutschen Esskultur wird vorläufig noch durch reaktionäre Nostalgie markiert. Da wird geklagt, dass man ihnen die mehligen Kartoffeln mies mache, die doch so praktisch zum Auftunken der "Soße" seien; da weisen die Liebhaber von feuchtem, frischen Brot darauf hin, dass man damit so schön Brotkügelchen drehen könne, und was der bizarren Bekenntnisse zur Anspruchslosigkeit mehr sind. Mit Stolz werden Havelzander, Spreewälder Gurken und weitere Stocknägel auf Fontanes Wanderstab ins Feld geführt" [http://www.zeit.de/2001/01/200101_esskultur.xml]

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auftunken






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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