Dein Österreichisches Wörterbuch

a nieder, a niede, a niedes

ein jeder; eine jede; ein jedes


Art des Eintrag: Anderes

Erstellt am: 14.10.2014

Bekanntheit: 20%

Beurteilung: 2 | 4

Kommentar am 14.10.2014
ein jeder:

Reiten drei Reiter Über die Regensburger Bruck'n, Hat a nieder a gepratens Bratl af'n Ruckn
Pogatschnigg-Hermann, Deutsche Volks-Lieder aus Kärnten (1870), Nr. 11:http://tinyurl.com/hqkhws7
eine jede:
Seind sunst ja a paar häufte wantsche Mentscher (recht brave Dirnen), zum Arbaten aber hat halt a niade ihr'n Tuk
Carinthia I (1873):http://tinyurl.com/y7tmct48
ein jedes:
A niads Jungs hat an åndern Nåm? I moan, du bringst dås niemåls z'såmm.
Erich Nussbaumer, Geistiges Kärnten (1956):http://tinyurl.com/ycrrr5uf
Und noch ein Kärntner Vierzeiler, aufgezeichnet 1870 im Lavanttal:
So lang mer jung sein, seimer haklig, Schau' mer nit a niade an, Wam'mer alt wern, wer'mer froh sein, Wam'mer de nächste beste Tudl ham.
Pogatschnigg & Hermann, Deutsche Volks-Lieder aus Kärnten I (1870) Nr. 1562:https://tinyurl.com/yan9fugx
"a nieder /-e /-(e)s" mit unrichtiger Trennung des unbestimmten Artikels vom Pronomen/Nomen wie bei a Neichtl (= an Eichtl s. Eichterl, es dauert no an Eichterl) oder umgekehrt bei engl. 'an adder = eine Natter' íeder mit gesprochenem Diphthong [iə] und Betonung des í war die alte Aussprache von jéder, ehe eine Akzentverlagerung eintrat (vgl.jémand : níemand oder jémals : níemals)

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a nieder, a niede, a niedes






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

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