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Friedenskronenzins , der, -es, keine

Basis für Höchstmiete


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Amts- und Juristensprache

Erstellt am: 27.11.2016

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 1 | 6

Kommentar am 27.11.2016

Friedenskronenzins : Ein Urgestein und österreichisches Unikat ist der „Friedenskronenzins“. Der wurde im letzten Friedensmonat vor dem Ersten Weltkrieg im Juli 1914 festgesetzt. Damit die Hyperinflation während des Krieges – die Preise stiegen um das 14.000-fache – nicht die Wohnungsnot vergrößerte, wurden die Mieten einfach eingefroren. Die Heilige Kuh des Friedenskronenzinses, der auch heute nur bei wenigen Schillingen pro Quadratmeter liegt, wurde praktisch durch das ganze Jahrhundert getragen. Neuvermietungen zu einer Friedenskrone je Nutzwert wie anno dazumal sind lange passé.
Die Presse.com, 12.2.2010:http://tinyurl.com/ybazeqam
Als „gerechter“ Zins wurde uns der Friedenskronenzins 1914 für 60 Jahre verordnet.
.Immobilien-Magazin.at, 02.10.2013:http://tinyurl.com/y8u6zptr
Seit 1982 existiert defacto kein Friedenskrone-Mietzins, weil neben dem Friedenskrone-Zins auch noch ein Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrag eingehoben wird", sagte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures am Dienstag in Reaktion auf Universitätsprofessor Call zur Abschaffung des Friedenskrone-Zinses.
APA Presseaussendung 11.12.2001:http://tinyurl.com/y9b9b2kh


Kommentar am 27.11.2016
Ungerechtigkeit „Friedenskronenzins “ Es begann in Wien ab 1917. Um verarmten Kriegs-Heimkehrern billigen Wohnraum zu ermöglichen und damit Unruhen vorzubeugen, fror man den maximalen Mietzins bei nur einer Krone/m² ein. 1951 wurde daraus ein Schilling und so teuer ist es für 50.000 Wohnungen im Wesentlichen auch noch heute. ... Leben in einem Acht-Parteien-Mietshaus fünf zum „Friedenskronenzins“ , dann steht der Hausherr unter Druck, aus den drei verbliebenen so viel abzupressen, dass man insgesamt die Bausubstanz erhalten kann.
EU Infothek.com:http://tinyurl.com/ybay9zeg
1922 wurde mit dem Beschluss des ersten Mietengesetzes der monatliche Grundmietzins für eine Wohnung mit dem halben Jahresmietzins des Jahres 1914 festgelegt (" Friedenszins"). 1951 wurde wiederum der höchstzulässige Mietzins mit einem Schilling pro Friedenskrone 1914 festgelegt (Friedenskronenzins)
derStandard.at v. 9.8.2014:http://tinyurl.com/ycqjqt5q


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Friedenskronenzins






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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