Dein Österreichisches Wörterbuch

Biegel , das, -(s), -(n)

Schenkel (Keule) von Geflügel, Wild, Schlachttieren


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Essen und Trinken

Erstellt am: 04.02.2018

Bekanntheit: 60%

Beurteilung: 1 | 2

Kommentar am 04.02.2018
DUDEN nennt das "mundartliche" Biegel als eines der

Synonyme für Schlegel: [Hinter]keule, Schenkel; (schweizerisch) Stotzen; (österreichisch mundartlich) Biegel
Duden online:https://www.duden.de/rechtschreibung/Schlegel_Keule
Ignoriert wird dabei allerdings die fachsprachliche Verwendung in den Beispielen, die ich bereits beim Eintrag Biegel=Hühnerkeule zwecks einer Verbesserung der Übersetzung angeführt habe, die bislang jedoch nicht erfolgt ist. Daher dieser Eintrag.
Gänsebiegl mit Ritschert und eingebranntem Rotkraut
Schlossgastronomie.at:http://tinyurl.com/y8y7cuky
Für die Entenbiegeln im Zweigeltsaftl Entenbiegel salzen, pfeffern und gründlich in Mehl wälzen. Maiskeimöl und Butter in einer großen Pfanne erhitzen,...
Ich koche.at:http://tinyurl.com/yczqa8cp
Gefülltes Lammbiegel. Man schneidet etliche ausgelöste Sardellen würflig, dazu auch in Milch geweichte und ausgedruckte Semmel mit einem Zwiebelhappel,...füllt es in das Biegel...
Marianka, Kochbuch (1846):http://tinyurl.com/y9e5uvrr
Auch in Österreichs großer Literatur:
Titus (erscheint im Schloss am Fenster mit vorgebundener Serviette, ein Fasanbiegel in der Hand)
Nestroy, Der Talisman (1840):http://gutenberg.spiegel.de/buch/der-talisman-5114/6
Und das war erlaubt:
Man richtet die Schildkröten auf die bekannte Art vor, gibt in ein Reindl ein Stück Butter und klein geschnittenes Petersilkräutel, legt die Biegeln von der Schildkröte hinein, salzt sie und lässt gut dünsten
Der Marianka, Mundköchin des Hans-Jörgel von Gumpoldskirchen, erprobtes Kochbuch (1846):https://tinyurl.com/y7f74ngf


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Biegel






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

Hinweis: Das vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche Österreichische Wörterbuch, derzeit in der 44. Auflage verfügbar, dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951 und wird vom Österreichischen Bundesverlag (ÖBV) herausgegeben. Unsere Seiten und alle damit verbundenen Seiten sind mit dem Verlag und dem Buch "Österreichisches Wörterbuch" in keiner Weise verbunden.

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