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Stoßpartie

die, -, -n

Gruppe, die das illegale "Stoß"-Kartenspiel organisiert


Wortart: Substantiv
Gebrauch: Umgangssprache
Erstellt von: Koschutnig
Erstellt am: 07.07.2018
Region: Klagenfurt(Stadt) (Kärnten)
Bekanntheit: 0%  
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Kommentare (3)


Stoßdämpfer – Stoßgebet – Stoßpartie? Ja, da gibt's einen gemeindeutschen Zusammenhang, wenn sich's bei der "Stoßpartie" nicht um das Kartenspiel dreht (z.B. "Durch das plötzliche kräftige Ablösen der unterschrämten Stoßpartie auf breiter Front wurde ein (Kohlensäure-)Ausbruch ausgelöst", "In der zurückgezogenen Grundstellung befindet sich die Stoßpartie mit Abstand oberhalb der Metallschmelze bzw. deren Kruste." "Der Bronze-creme Pfau zeichnet sich durch einen metallisch grün gefärbten Hals und einer stark metallisch bronze schillernden Rücken- und Stoßpartie." u.a.)

Spez. Österreichisch hingegen ist die Stoßpartie als
source: Roland Girtler, Feine Leute (2016)
Bis in die I970er-Jahre spielte man im Prater Stoßpartien, das Gelände wurde zum Anziehungspunkt für Freier, Kleinkriminelle und Schulschwänzer.
source: Salzburger Nachrichten, 2.4.2016
Wenn das Lokal nicht ohnehin der Stoßpartie gehört, kann der Lokalbetreiber für ein geheimes Spielzimmer 200 Euro Miete pro Stunde kassieren.
source: Augustin
Inoffiziell wissen wir, dass er ein paar Baner für sich arbeiten lasst und dass er angeblich a Stoßpartie in einem Café in der Nordbahnstraße kontrolliert.
source: Gerhard Loibelsberger, Todeswalzer.(2013)
In einigem hatte die Stoßpartie auch Ähnlichkeiten mit der Maffia, denn sie musste sich gegenüber den anderen führenden Stoßpartien behaupten und darauf achten, dass sich in ihrem mit den anderen Parteien ausgehandelten Distrikt keine weitere Stoßpartie einrichtete.
source: Roland Girtler, Der Adler und die drei Punkte (2007)
Zu einer Schießerei kam es auch im Juli 1992 in Innsbruck, wo ein „Statthalter" einer Wiener „Stoßpartie" mit einer Schrotladung niedergestreckt und getötet wurde. Dazu war es gekommen, als eine Tiroler Bande die Alleinherrschaft über das illegale Glücksspiel für sich beansprucht hatte. Dies ließ sich die Wiener "Partie" nicht gefallen und schickte eine Schlägertruppe zum "Aufräumen" nach Innsbruck
source: Roland Girtler, Randkulturen. Theorie der Unanständigkeit (1996)

Koschutnig 07.07.2018


Beim Ostbahn-Kurti 1989 geht's ums Spielen selbst:

Triff an Kollegen, der hot´s eilig, weu sei Stoßpartie fangt an.
Sog i: "Bis 20 Blatt bin i dabei, weu i ma's leisten kann.
...
I loß nämlich anschreibm (Er loßt heit anschreibm)
I loß heit anschreibm wos nur geht
Weu ohne Schuidn bin is ned
source: Ostbahn-Kurti, Espressorosi.at
1968, 19. August: Fehde in der Wiener Unterwelt: Johann Pokorny erschießt in der Kaiserstraße den neu gekrönten König der Stoßpartien Johann Schmutzer.
source: Willi Resetarits, Beatles, Bond und Blumenkinder (2003)
Allerdings sind in dieser Chronik Name des Kurzzeit-Stoßkönigs und Datum seiner Ins-Jenseits-Beförderung unrichtg: Geheißen hat er nicht Johann, sondern Norbert Schmutzer und nicht am 19. August, sondern bereits am 18. Jänner 1968 erfolgte seine Patschenstreckung:[/quote:derStandard:https://tinyurl.com/y9m4qjx3]1968:18. Jan.: Johann Pokorny erschießt Norbert Schmutzer im "Bergheim Stüberl". Ende des Interregnums der "Schmutzer Buam".[/quote]
Koschutnig 07.07.2018


Kleiner Tipp, Anführungszeichen dürfen nie innerhalb eines Kompositums (Stoßkartenspiel) vorkommen und sind auch keine Auszeichnungszeichen. Siehe dazu auch http://www.belleslettres.eu/content/zeichensetzung/anfuhrungszeichen.php
Uuser8227cg 09.07.2018





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Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.

Das vom österreichischen Unterrichtsministerium mitinitiierte und für Schulen und Ämter des Landes verbindliche österreichische Wörterbuch dokumentiert das Vokabular der deutschen Sprache in Österreich seit 1951.

Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein wichtiger Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.

Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.
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