Dein Österreichisches Wörterbuch

Tetschn

Ohrfeige


Art des Eintrag: Substantiv

Erstellt am: 21.08.2002

Bekanntheit: 100%

Beurteilung: 4 | 0

Kommentar am 18.05.2012
Angeblich ist jetzt eine Tetschn doch keine Ohrfeige! Vielleicht muss das Wort doch überarbeitet werden!

Kommentar am 18.05.2012
Missverstanden sei er worden, erklärte am nächsten Tag nach seinem inkriminierten "Sager" der Kärntner LHStv.Schulreferent Uwe Sch.
Klar, wahrscheinlich hat er mit "noch niemandem geschadet" den Knoblauch gemeint, als er sagte,
Dätschen sei gesund:"Dätsche ein paar ungeschälte Knoblauchzehen an und gib sie zu den Kartoffeln aufs Blech" ([http://kuechenquatsch.wordpress.com/rezepte/country-potatoes/.)]
Vermutlich hat er das bei einer pädagogisch bedingten Studien-Dientreise ins benachbarte deutsche Ausland kennengelernt.

Wie kann man sich bei der Interpretation bloß auf Ostarrichi, "das Österreichisch-deutsche Online-Wörterbuch", beziehen, wie es die Ö1-Sprecherin in der 1. Meldung getan hat!!!

* Tetschn =Ohrfeige (Russi, 21.8.2002) Tetschn
* Tetschn =Ohrfeige (System, 16.11.2002) [http://www.ostarrichi.org/buch-120-63-Tetschn.html]
* Dätschen (Russi, 23.10.2005) Dätschen
* Tätschen (Russi, 23.10.2005) Tätschen
* Detschn =Schlag ins Gesicht (System, 8.8.2005) Detschn
* Dedschn =Faustschlag ins Gesicht (Nick,22.1.2008) Dedschn

Dann finden wir noch Spezialtetschn wie:
* Krawalltetschen = heftige Ohrfeige
* Haustetschn= Ohrfeige
* ein Packerl Haustetschn = eine Tracht Prügel
* Luftdetschn = Kälteschock beim Verlassen eines warmen Gebäudes
,
und, da es bei der Qualität einer "Tetschen" ja letztlich um den "Saft" geht:
* Watsche, Tetschn = Stromschlag

Kommentar am 26.09.2019
Der damalige freiheitliche Bildungsreferent in der Kärntner Landesregierung Uwe Scheuch erklärte sein Pädagogik-Verständnis damit:

es sei "sinnvoll und gut", wenn Pädagogen einem Schützling ab und zu "a klane Tetschn" geben könnten
Wiener Zeitung, 15.5.2012: https://tinyurl.com/y58eogp9
Nach Kritik meinte Scheuch tags darauf: "Ich habe Erziehungsmaßnahmen gemeint, mit denen sich Lehrer wirkungsvoll gegenüber Schülern durchsetzen können,“ und betonte auch noch: "A Tetschn und a Watschen sind zwei ganz unterschiedliche Dinge.“ Bei der " Wiener Zeitung“ blickte man jedoch ins nicht brandneue amtliche Wörterbuch und fügte hinzu: „Im österreichischen Wörterbuch findet sich allerdings zu beiden Begriffen das Synonym ‚Ohrfeige’ “. Heut müsste man lange suchen, ehe man auf "Tätschen" stößt!

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Tetschn






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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