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Dienstzettler , der, -s, ---

Arbeitnehmer ohne formellen schriftlichen Arbeitsvertrag


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Arbeitswelt

Erstellt am: 20.12.2008

Bekanntheit: 0%

Beurteilung: 0 | 5

Kommentar am 20.12.2008
Der Abschluss des Arbeitsvertrages ist normalerweise an keine Formvorschrift gebunden. Aus diesem Grunde kann er nicht nur schriftlich, sondern auch mündlich oder sogar durch eine „schlüssige Handlung” zustande kommen. [...]
Gibt es jedoch keinen schriftlichen Arbeitsvertrag, dann muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer einen " Dienstzettel" aushändigen. * «Seit Jahren werden sogenannte "Dienstzettler" in den Landesdienst aufgenommen, um derart das Personalbudget nicht zusätzlich zu belasten.» (Kleine Zeitung, 29.04.2011) * «Welche finanziellen Nachteile haben Dienstzettler gegenüber Landesbeamten? - HERWIG RETTENBACHER: Dienstzettler haben zwar auch Anspruch auf ein 13. und 14. Monatsgehalt, im Gegensatz zu Beamten bekommen bekommen sie aber deutlich weniger Zulagen und haben auch weniger Urlaub.» (Kl. Zeitung, 15.12.2008) * « Pfeifenberger weist die mediale Skandalisierung der " Dienstzettler" (KTZ, 22.7.04) auf das Schärfste zurück.» (www.ots.at 22.07.2004)

...Das Problem der sogenannten "Dienstzettler" entstand in den 90er-Jahren. Damals versuchte man, auf diese Weise die offiziellen Personalkosten in der Landesverwaltung niedriger zu halten. Denn die via Dienstzettel eingestellten Mitarbeiter werden aus dem Budgetposten "Sachaufwand" bezahlt und nicht aus dem Personalbudget.
Krone.at Kärnten, 21.04.2009:http://tinyurl.com/jgzdwqp


Kommentar am 17.02.2017
Dublette 📑 📑 Dienstzettler 📑 📑 [http://www.ostarrichi.org/word-27130-similar.html]

Kommentar am 17.02.2017
@Sapperlot: Erfreulich, dass du drauf aufmerksam machst, was für ein schauderbares Ausmaß das grundlose "Verbannen" von einwandfrei österr. Einträgen hatte, sodass so viele Ersatzeinträge erforderlich waren. Weit über 150 meiner Einträge waren unsichtbar gemacht worden. Du hast also noch viel Arbeit vor dir. Erklär mir jedoch - wenn dir irgendetwas einfällt - deine bisher unbegründete und sicherlich auch unbegründbare Negativbeurteilung dieses extrem österr. Wortes sowohl hier beim Originaleintrag als auch beim Ersatzeintrag, der während der "Verbannung" des Originaleintrags entstanden ist.

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Dienstzettler






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich genutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine umfangreiche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein großer Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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