Dein Österreichisches Wörterbuch

Banerstrotter , der

Gebeine-, Knochensucher


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Arbeitswelt

Erstellt am: 31.12.2014

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Kommentar am 31.12.2014
"Baner": s. Bana "(Ge-)Beine"), und s. Kanalstrotter. Nur in dieser Schreibung breiten Dialekts kann der Begriff verständlich gemacht werden Strotter

»es gab sogar unter den Strottern eine Hierarchie: Noch unter dem Specklmoritz, der auf Metall aus war, standen die Knochensucher. Das ist ein hartes Brot, wenn einer von den Knochen leben muss, die er im Kanal findet. [...] Zwanzig Kreuzer fürs Kilo wäre noch schlecht bezahlt und die Banerstrotter kriegen zwei Kreuzer.«
Peter Ryborz „Unter Wien. Auf den Spuren des Dritten Mannes durch Kanäle, Grüfte und Kasematten“ (2001) S. 106:http://tinyurl.com/pmunpho
Original:
»Zwanz'g Kreuzer fürs Kilo wär' no schlecht 'zahlt und dö Banerstrotter kriag'n zwa Kreuzer. Wann 'r an Guld'n aus'n Kanal auffizahrn will, muaß er sechz'g, siebz'g Kilo im Sack nachschlepp'n. Da g'hört a Hamur dazua. Dö Baner san ang'soff'n vom Wasser, da muaß 'r s' trickern lass'n und dann kann er s' erst auf Atzgersdorf aussiführ'n. So a Guld'n is schwar verdeant«
Max Winter, Im dunkelsten Wien. 1904. Neudruck in „ Das schwarze Wienerherz. Sozialreportagen aus dem frühen 20. Jh.“ (1982), S.37:http://tinyurl.com/kmmkvd6


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Banerstrotter






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich benutzten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch verschiedene regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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