Dein Österreichisches Wörterbuch

Ofentommerl , der

in der Backröhre gegarte fleischlose Speise, ein Ofensterz


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Essen und Trinken

Erstellt am: 16.09.2016

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Kommentar am 16.09.2016
"Ofentommerl" ist eigentlich ein Pleonasmus, da ein Tommerl grundsätzlich in der Backröhre ("im Ofen") zubereitet wird.

Eine Abart vom gewöhnlichen Sterz ist der Ofensterz, auch Ofenkater oder Ofentommerl genannt ; bei der Bereitung dieses Gerichtes wird das Heiden-, Weizen- oder Maismehl nicht im Topfe gesotten, sondern in einem Tiegel gebacken.
Heimgarten (1881):http://tinyurl.com/y9vebnof
Da kommen Klöße und Nocken, Sauerkraut und Schweinbraten, Schinken und Würste vollauf aus der Küche, dass sich der Tisch biegt, auch Krapfen und Ofentommerl dürfen dabei nicht fehlen.
Bürger- und Volkszeitung, 14. Jg, Beilage 4, (1864):http://tinyurl.com/ybltoep3
Ofentommerl (Suppen einlage) Milch glattes Mehl Salz 3 Eier 1 EL Schmalz Mit Milch, Mehl, Salz und Eiern einen Tropfteig bereiten. Inzwischen eine Kasserolle mit 1 EL Schmalz im Rohr bei 240 °C, besser noch im Holzofenrohr, erhitzen. Tropfteig hineingeben und 1/2–3/4 Stunde backen.Bekommt große Blasen und geht gut auf. Auskühlen lassen und fein schneiden.
Maria-Theresia Pusker,, Christine Rossegger u.a., Steirische Bäuerinnen kochen(2009):http://tinyurl.com/ydcmz9j2
Ofentommerl kann man auch als Nachspeise zubereiten. Das Ganze aufs Blech geben und mit halbierten entkernten frischen Zwetschken belegen und backen, anschließend mit Zucker bestreuen.
Bäuerinnen kochen (2013):http://tinyurl.com/y7nj5f7j
Ursprünglich stand hier ein Ersatzeintrag (s. "Änderungen") für eins meiner etwa 150 lange Zeit grundlos "verbannten" Wörter. Da die Originaleinträge durch den Admin. nun wieder sichtbar sind, hab ich den hier frei gewordenen Platz für einen anderen Eintrag verwendet.

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Ofentommerl






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich verwendeten bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache kommen aus den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine große Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe zu verwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark genutzt, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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