Dein Österreichisches Wörterbuch

Rahmmus , das

ein Brei- oder Schmarrengericht


Art des Eintrag: Substantiv

Kategorie: Essen und Trinken

Erstellt am: 24.03.2018

Bekanntheit: 20%

Beurteilung: 2 | 3

Kommentar am 24.03.2018
1845:

Die köstlichste Speise, nach dem Geschmack der Sennerinnen, wurde uns unverlangt bereitet (ein Rahmmus, aus dem besten Rahm, mit etwas Mehl vermengt, gut gesalzen und über dem Feuer gekocht), und die Mädchen konnten gar nicht begreifen, warum wir diese fette Speise kaum versuchten.
Reise nach Salzburg und Tyrol. Jugendblätter,1845,2:https://tinyurl.com/y9fxdr4j
Betrüblich, dass heutzutage in Nord- und Südtirol Sahne und nicht Rahm als Hauptzutat des Rahmmuses genannt wird:
Rahmmus. 1 l Sahne, 1/4 l Wasser, 1/4 l Milch Salz, 1 EL Butter, 270 g Mehl. Muspfanne mit Butter ausstreichen, heiß werden lassen, mit Wasser löschen, Milch, Sahne, Salz dazugeben, sofort das Mehl einrühren. So lange rühren, bis sich das Mus von der Pfanne löst, dann ... braun anbraten lassen, öfters wenden und immer wieder die Unterseite anbraten.
Maria Reichhalter-Prader, Die Lieblingsrezepte der Südtiroler Bäuerinnen (2016):https://tinyurl.com/y73pynk8
Die Kinder traten tapfer in die fremde Hütte ein, setzten sich und begannen mit großem Appetit, das herrliche Rahmmus zu verspeisen. Als sie genug gegessen und sich aufgewärmt hatten, wurden sie unglaublich müde, und das Kasermandl zeigte ihnen ihren Schlafplatz im Heu.
W. Morschgerm, Die schönsten Sagen aus Tirol (2010):https://tinyurl.com/yblpdxc5
Die Esser langen in die Pfanne, die in der Tischmitte dampft, löffeln das Rahmmus mit der heißen Butter und trinken Milch dazu. Der Tosta fragt, ob er mithalten darf. Und alle im Haus staunen, dass der walsche Stationschef das Rahmmus einem Wienerschnitzel vorzieht.
Helene Flöss, Löwen im Holz (2003/2014):https://tinyurl.com/yd2de8s9
Im fernen Westen: kein Nachtmahl, ein Schmarren und süß (mit Bild und Rezept):
Montafoner Rahmmus Ein süßer Schmarren aus Grieß, Schlagobers und Mehl, den man früher auf den Almen Vorarlbergs gerne zum Frühstück verzehrt hat.
Servus TV:https://tinyurl.com/yanxlens


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Rahmmus






Österreichisches Deutsch definiert die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und des Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Habsburgermonarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein erheblicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; manche dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier insbesondere bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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