Dein Österreichisches Wörterbuch

na pfiat di Gott!

au Backe!, ach du grünen Neune!, ... (wörtlich: Gott behüte dich!)


Art des Eintrag: Wendung

Erstellt am: 08.10.2006

Bekanntheit: 69%

Beurteilung: 6 | 1

Kommentar am 08.10.2006
Ausruf des Erstaunens, des Erschreckens, der Betroffenheit Vergleichbar mit "na seawas!", "na bumsti"

Kommentar am 19.05.2010
pfiat di got (t) nach meinem erkenntnis ist die hochdeutsch gesprochene form des grußes PFIAT DI GOD(TT) "BEHÜTE DICH GOTT". aus dem "behüte" wurde aus redefaulheit das "pfiat".

Kommentar am 20.05.2010
Jaja - bonobo hast schon Recht!
Aber die Redewendung wird in unterschiedlichen Bedeutungen gebraucht und davon sind auch schon einige eingetragen:
Pfiat di !
Pfiat euch !
Pfiati
pfiatn
steirisch pfiaten
na pfiatmigott !!
pfiatgott
behüte dich Gott
abpfiaten
pfiat di
Pfiat enk
Also erstens die reine Grußform und zweitens der Ausruf des Erstaunens.

Kommentar am 20.05.2010
Nein Bonobo und Andere...Ganz sicher nicht von „Behüte“ abgeleitet!
In vergangen Zeiten, noch selten heute verwendete man gerne im Sinne
von:
Gott führe dich auf deinen Wegen,
Gott führe und begleite deinen Weg,
Gott führe dich auf deinem Wege

Das „Führen“ ist der eigentliche Kern des „Pfiati“!

Womit die Übersetzung z.B. bei Wort 12108 und Anderen
schlichtweg in diesem Sinne falsch ist.
Auch hier in Bayern und in NÖ wird gepfiatet im Sinne des eben

Beschriebenen. Typisch noch heute gebräuchlich gar, ein
Beispiel vom „Ostbahn-Kurti“ als Wiener zitiert aus dem Song:


Radl noch Rio – Text vom Ostbahn-Kurti:

I fia di fein aus zum Essen - Ins erschte Haus am Plotz


Für „Draussen“:
Fahrrad nach Rio
Ich führe dich zum Essen fein aus – Ins erste Haus am Platz

Ich behüte dich zum Essen aus, najooo – passt sicher net
Also pfiati aus
pfiat di
pfiati
fia di

Oft genug gab es in der etymologischen Wandlung der Sprache
und Schreibung die Lautverschiebung der Gruppe pf / ff/ f
In dem Fachgebiet der Bereich der sogenannten
"zweiten Lautverschiebung"
die hier ebenso zum Tragen gekommen ist.
Es sind die Konsonanten p, t und k im Hochdeutschen zu pf - ff - f,
tz - z - ss - s und ch verschoben, in verbliebenen westgermanischen Sprachen blieben
sie allerdings erhalten.
Aber nicht näher hier aufzuführen, ein Kurzinfo denke ich reicht hier.

Gruß an bonobo von Mahmut

Kommentar am 20.05.2010
Werter Mahmut, da bist Du auf einem sprachlichen Holzweg!
das pfiat di kommt tasächlich vom behüten und nicht vom führen, was immer der Kurti auch singen mag.
Jedenfalls singt er nicht i pfiati fein aus zum Essen, ich vermute, es ist wieder einmal einer deiner "Scherze"...

Kommentar am 20.05.2010
Sprich einmal b´hiat schnell und laut aus, Du wirst merken, daß Du pfiat sagst...

Kommentar am 20.05.2010
Sowohl f als auch p in der steirischen Mundart... Fia Goutt (Raum St. Peter)
Fiat di Goutt (Raum Fehring)
Fiat di (Raum Mureck)
Fiat di (Raum Radkersburg)
Fiat di (Raum Riegersburg)
Fiat Goutt (Raum Feldbach)
Fiat Goutt (Raum Gnas)
Fiat Goutt (Raum Jagerberg)
Fiat Goutt (Raum St. Anna)
Fiati (Raum Feldbach)
Fiati (Raum Ilz)
Haua dere (Raum Kirchbach)
Hawi d Ehre (Raum Feldbach)
Pfia Goutt (Raum Fehring)
Pfia Goutt (Raum St. Peter)
Pfia Goutt (Raum Straden)
Pfia Goutt (Raum Straden)
Pfiat di Goutt (Raum St. Stefan)
Pfiat di (Raum Gleichenberg)
Pfiat di (Raum Kirchbach)
Pfiat di (Raum Kirchberg)
Pfiat di (Raum Kirchberg)
Pfiat di (Raum Mureck)
Pfiat di (Raum Riegersburg)
Pfiat di (Raum Riegersburg)
Pfiat Goutt! (Raum Jagerberg)
Quelle Internet steirische Mundarten

Kommentar am 20.05.2010
Wer´s JoDo oder Bonobo nicht glaubt, ist vielleicht Wikipedia-gläubig! Unter
[http://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BC%C3%9F_Gott]
ist folgendes zu finden:
...Einen analogen Abschiedsgruß zu Grüß Gott bildet Pfiat´ di God (behüte dich Gott) in diversen Dialektvarianten.

Kommentar am 20.05.2010
Seid gepfürtet ! (nach HeleneT). Hiatzan G I.

Kommentar am 20.05.2010
Ganz sicher nicht von „führe“ abgeleitet! Angeblich kursiert in Niederbayern die Redewendung:
G´führ di!
[http://www.wer-weiss-was.de/theme197/article3708969.html]
Über die Herkunft dieser Redewendung kann ich nicht referieren.
Zusätzlich:
[http://www.wer-weiss-was.de/app/faqs/0/861]
Ich kann nur auf das Österreichische Wörterbuch verweisen (40. Auflage 2006, Seite 494):
pfiat di = pfiat di Gott = pfiat Gott (mda.) ein Abschiedsgruß; pfiat di (=Pfiat di) sagen; > behüten

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na pfiat di Gott!






Österreichisches Deutsch bezeichnet die in Österreich gebräuchlichen sprachlichen Besonderheiten der deutschen Sprache und ihres Wortschatzes in der hochdeutschen Schriftsprache. Davon zu unterscheiden sind die in Österreich gebräuchlichen bairischen und alemannischen Dialekte.
Teile des Wortschatzes der österreichischen Standardsprache sind, bedingt durch das bairische Dialektkontinuum, auch im angrenzenden Bayern geläufig.

Einige Begriffe und zahlreiche Besonderheiten der Aussprache entstammen den in Österreich verbreiteten Mundarten und regionalen Dialekten, viele andere wurden nicht-deutschsprachigen Kronländern der Monarchie entlehnt. Eine erhebliche Anzahl rechts- und verwaltungstechnischer Begriffe sowie grammatikalische Besonderheiten gehen auf das österreichische Amtsdeutsch im Habsburgerreich zurück.

Außerdem umfasst ein umfangreicher Teil des speziell österreichischen Wortschatzes den kulinarischen Bereich; einige dieser Ausdrücke sind durch Verträge mit der Europäischen Gemeinschaft geschützt, damit EU-Recht Österreich nicht zwingt, hier fremde deutschsprachige Begriffe anzuwenden.
Daneben gibt es in Österreich abseits der hochsprachlichen Standardvarietät noch zahlreiche regionale Dialektformen, hier im Besonderen bairische und alemannische Dialekte. Diese werden in der Umgangssprache sehr stark verwendet, finden aber keinen direkten Niederschlag in der Schriftsprache.

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